Am Strom­markt droht ei­ne teu­re Auf­tei­lung

Ver­bund warnt: Ver­teue­rung um 300 Mil­lio­nen.

Kleine Zeitung Steiermark - - WIRTSCHAFT -

FU­SCHL. Die eu­ro­päi­schen Re­gu­la­to­ren des Strom­mark­tes wol­len die der­zeit ge­mein­sa­me Strom­preis­zo­ne für den Strom­groß­han­del von Ös­ter­reich und Deutsch­land tren­nen. Die Agen­tur für Zu­sam­men­ar­beit der Ener­gie­re­gu­lie­rungs­be­hör­den ACER emp­fiehlt statt­des­sen ein Eng­pass­ma­nage­ment an der deutsch-ös­ter­rei­chi­schen Gren­ze. Die ge­mein­sa­me Han­dels­zo­ne gibt es seit 2001. Durch den mas­si­ven Aus­bau der Wind­ener­gie in Nord­deutsch­land kommt der Strom we­gen feh­len­der Lei­tungs­ka­pa­zi­tä­ten jetzt oft über den Um­weg von Po­len und Tsche­chi­en nach Süd­deutsch­land. Auch Ös­ter­reich pro­fi­tiert vom bil­li­gen Strom, der al­ler­dings die Net­ze an die Gren­zen bringt.

Ös­ter­rei­cher sind da­ge­gen

In Ös­ter­reich ist die Be­geis­te­rung für ei­ne Markt­tren­nung gleich null. Laut Ver­bund-Chef Wolf­gang An­zen­gru­ber kos­tet sie Ös­ter­reichs Kon­su­men­ten 300 Mil­lio­nen Eu­ro, weil die Strom-Groß­han­dels­prei­se stei­gen wür­den. Die Strom­gren­ze zwi­schen Ös­ter­reich und Deutsch­land sei die ein­zig of­fe­ne in Eu­ro­pa. „Es wä­re skur­ril und doof, wenn wir sie schlie­ßen,“sag­te An­zen­gru­ber bei ei­ner Kon­fe­renz in Fu­schl.

Dass es in die­ser Fra­ge um enor­me Ver­tei­lungs­fra­gen von Hun­der­ten Mil­lio­nen, viel­leicht so­gar Mil­li­ar­den Eu­ro ge­he, be­stä­tig­te Oli­ver Koch, bei der EU-Kom­mis­si­on Vi­ze­re­fe­rats­lei­ter der Ge­ne­ral­di­rek­ti­on Ener­gie. Ver­sor­gungs­si­cher­heit nur na­tio­nal an­zu­den­ken sei ei­ne Sack­gas­se. Auch Vi­ze­kanz­ler und Wirt­schafts­mi­nis­ter Rein­hold Mit­ter­leh­ner setzt sich für an­de­re Lö­sun­gen ein.

Mar­tin Win­ter­korn ist ges­tern als Vor­stands­chef von Eu­ro­pas größ­tem Au­to­bau­er Volks­wa­gen zu­rück­ge­tre­ten. Nach Be­kannt­wer­den der ma­ni­pu­lier­ten Ab­gas­tests in den USA und dem da­mit ver­bun­de­nen Kurs­rutsch der VW-Ak­tie stand der best­be­zahl­te DAX-Ma­na­ger un­ter mas­si­vem Druck.

Er sei sich aber kei­nes Fehl­ver­hal­tens be­wusst, so Win­ter­korn. In sei­ner of­fi­zi­el­len Er­klä­rung heißt es: „Ich bin be­stürzt über das, was in den ver­gan­ge­nen Ta­gen ge­sche­hen ist. Vor al­lem bin ich fas­sungs­los, dass Ver­feh­lun- gen die­ser Trag­wei­te im Volks­wa­gen-Kon­zern mög­lich wa­ren. Als Vor­stands­vor­sit­zen­der über­neh­me ich die Ver­ant­wor­tung für die be­kannt­ge­wor­de­nen Un­re­gel­mä­ßig­kei­ten bei Die­sel­mo­to­ren und ha­be da­her den Auf­sichts­rat ge­be­ten, mit mir ei­ne Ver­ein­ba­rung zur Be­en­di­gung mei­ner Funk­ti­on als Vor­stands­vor­sit­zen­der des Volks­wa­genKon­zerns zu tref­fen. Ich tue dies im In­ter­es­se des Un­ter­neh­mens.“Volks­wa­gen brau­che ei­nen Neu­an­fang – auch per­so­nell. Mit sei­nem Rück­tritt ma­che er den Weg da­für frei.

Wer Mar­tin Win­ter­korn an der Spit­ze des VW-Kon­zerns nach­fol­gen soll, wird frü­hes­tens nach der Auf­sichts­rats­sit­zung am Frei­tag be­kannt ge­ge­ben. Bis da­hin sol­len Vor­schlä­ge zur per­so­nel­len Neu­be­set­zung vor­lie­gen. Be­reits im Früh­jahr, als Fir­men­pa­tri­arch und VW-Mit­ei­gen­tü­mer Fer­di­nand Piëch ver­sucht hat­te, Win­ter­korn zu kip­pen, wur­de der 62-jäh­ri­ge Chef der VW-Toch­ter Por­sche, Mat­thi­as Mül­ler, als Kan­di­dat für ei­ne Über­gangs­zeit ge­han­delt. Und auch der 52-jäh­ri­ge Au­di-Boss Ru­pert Stad­ler gilt schon lan­ge als Kron­prinz. Vor-

Nach dem Be­kannt­wer­den des Die­sel-Skan­dals ist die VWAk­tie ab­ge­stürzt. Für Win­ter­korn wird jetzt ein Nach­fol­ger ge­sucht

Wind­strom aus Nord­deutsch­land be­las­tet Strom­net­ze

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