Im Kö­nig­reich bleibt man be­schei­den

Lan­ko­witz-Boss Hu­bert Scheer spricht über Geld, Fuß­ball und sein Glück mit sei­ner Fa­mi­lie.

Kleine Zeitung Steiermark - - | SPORT - I NTERVIEW: PE­TER KLIMKEIT

Lan­ko­witz liegt ak­tu­ell auf Platz vier in der Lan­des­li­ga, im Cup wur­de Aus­tria Lus­ten­au mit 3:1 eli­mi­niert und nun stieg man mit ei­nem 1:0 über den FAC ins Ach­tel­fi­na­le auf. Herr Prä­si­dent, was darf man von Ih­rem Klub noch al­les er­war­ten? HU­BERT SCHEER: Bei uns passt ein­fach al­les im Ver­ein. Der Trai­ner, der Sport­di­rek­tor, die Mann­schaft, die Ju­gend­ar­beit. Das Kli­ma ist gut. Wir wol­len erst nächs­te Sai­son auf­stei­gen. Aber wenn es schon jetzt klappt, auch gut.

Und was kommt dann? Ers­te Li­ga? Bun­des­li­ga?

Nein, da müss­ten wir das Sta­di­on um­bau­en und die Struk­tu­ren ver­bes­sern. Wir ha­ben ein Trai­nings­zen­trum mit ei­nem Kun­st­ra­sen­platz ge­baut. Bei uns kön­nen Klubs trai­nie­ren. Sie sind al­so nicht der Dietrich Ma­te­schitz der Stei­er­mark?

Ich bin und blei­be der Hu­bert Scheer. Al­les an­de­re sind Ge­schich­ten.

Apro­pos Ge­schich­ten. Stimmt es, dass Sie je­den Tag um die Mit­tags­zeit ein Gla­serl trin­ken, weil Sie die Zin­sen rei­cher ma­chen? SCHEER: Sie spre­chen den Lot­to­ge­winn an. Den muss­te ich mir lei­der mit ei­nem Fran­zo­sen tei­len (lacht). Bei den der­zei­ti­gen Zin­sen gibt’s nichts zu fei­ern – das ist ei­ne Ge­schich­te, die nicht stimmt. Ich trin­ke ger­ne ein Gla­serl Wein, das stimmt.

Sie sind vom Glück Stimmt das? SCHEER: Das ist rich­tig. Ich ha­be ei­ne tol­le Fa­mi­lie. Mei­ne Frau steht im­mer zu mir, mei­ne Toch­ter und mein Schwie­ger­sohn sind klas­se und ich lie­be mei­ne En­kerl. So ge­se­hen bin ich ein Glücks­pilz.

Die Mil­lio­nen ha­ben ver­än­dert? SCHEER: Nein, war­um soll­te mich Geld ver­än­dern? Das ist Cha­rak­ter­sa­che, ich ha­be ein paar Freun­de mehr, aber ich weiß, wie ich das al­les ein­ord­nen muss.

Sie un­ter­stüt­zen mit Ih­rem Geld Fuß­ball, Hand­ball und Golf. SCHEER: Man muss un­ter­schei­den, was Pi­ber­stein spon­sert und wo

ver­folgt.

Sie

nicht

Cup-Held: Ra­pid-Tor­mann Stre­bin­ger ich, Hu­bert Scheer, mein Geld ver­wen­de. Lan­ko­witz und die Hand­ball-Schieds­rich­ter spon­sert Pi­ber­stein. Die Gol­fer Wie­ge­le und Wein­han­del so­wie Kap­fen­berg un­ter­stüt­ze ich per­sön­lich. Sie wis­sen ja: Pi­ber­stein ist ein Kö­nig­reich, rund­her­um liegt Ös­ter­reich.

Gab es gar kei­ne Rück­schlä­ge in Ih­rem Le­ben? SCHEER: Als mich die ei­ge­ne Par­tei als Bür­ger­meis­ter ab­ge­setzt hat und mei­ne Kon­ten ge­öff­net wur­den, das war schlimm. Mei­ne Frau hat mir da­mals Gott sei Dank so viel Rück­halt ge­ge­ben. Und dann hat der da oben auf mich ge­schaut und mir ge­hol­fen.

Sie ha­ben selbst viel Geld, un­ter­stüt­zen da­mit aber auch vie­le an­de­re. SCHEER: Mei­ne Mut­ter war Schicht­ar­bei­te­rin und muss­te zu­sätz­lich put­zen ge­hen, da­mit es dem klei­nen Hu­bert gut geht. Das wer­de ich nie ver­ges­sen. Des­halb wer­de ich auch im­mer be­schei­den blei­ben.

Ju­bel bei Lan­ko­witz: Prä­si­dent Hu­bert Scheer (links) und Trai­ner Ro­bert Pflug

SCHEER:

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