Ein Bul­le, ver­lo­ren in Berlin

„Blochin“mit Jür­gen Vo­gel ist für das ZDF ein Se­ri­en­ex­pe­ri­ment.

Kleine Zeitung Steiermark - - TV & MEDIEN - JS

Blochin: 20.15 Uhr. Die­ser ei­ne Satz nervt schnell: „Ich muss noch mal weg!“, sagt die Ti­tel­fi­gur Blochin der­art oft, dass man sich ein Trink­spiel dar­aus ma­chen könn­te. Am En­de: hoch­pro­zen­ti­ge Be­sof­fen­heit bei in­halt­li­cher Er­nüch­te­rung.

„Blochin – Die Le­ben­den und die To­ten“ist ein ge­hyp­tes Se­ri­en­ex­pe­ri­ment des ZDF, des­sen fünf Fol­gen an drei hin­ter­ein­an­der­fol­gen­den Ta­gen aus­ge­strahlt wer­den. Die Idee da­hin­ter: ei­ne deut­sche TV-Se­rie span­nungs­ge­la­den und ho­ri­zon­tal zu er­zäh­len – und da­mit an die epi­so­den­über-

Ab

mor­gen

bis

Sonn­tag,

ZDF,

Jür­gen Vo­gel als Er­mitt­ler Blochin grei­fen­den Plots von US-Se­ri­en­K­nal­lern wie „Brea­king Bad“, „True De­tec­tive“oder „The Wi­re“an­zu­knüp­fen. Doch: „Blochin“bleibt ein ehr­gei­zi­ges Un­ter­fan­gen, das als Zwei­tei­ler viel- leicht ganz okay ge­we­sen wä­re, als sechs­stün­di­ge Mi­ni­se­rie, die sich in un­nö­ti­gen Ne­ben­hand­lun­gen ver­hed­dert, aber nicht glückt.

Wor­um geht’s? An­ti­held Blochin (ge­spielt von Cha­rak­ter­stur­schädl Jür­gen Vo­gel), ein Bul­le der Ber­li­ner Mord­kom­mis­si­on, wird im­mer wie­der von sei­ner Mi­lieu- und Dro­gen­ver­gan­gen­heit ein­ge­holt. Als ein frü­her en­ger Freund, ein Dea­ler, er­mor­det wird, be­ginnt er im Al­lein­gang zu er­mit­teln. Dar­stel­le­risch hät­te die­ser Thril­ler am schma­len Grat zwi­schen Schuld und Süh­ne et­was Gro­ßes wer­den kön­nen.

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