ZUR PER­SON

Kleine Zeitung Steiermark - - TRIBÜNE - NOR­BERT MAP­PES- NIE­DIEK

Zoran Mi­la­no­vic´, ge­bo­ren am 30. Ok­to­ber 1966 in Zagreb. Wer­de­gang: Jus-Stu­di­um in Zagreb, dann Mit­ar­bei­ter im Au­ßen­mi­nis­te­ri­um. 1998 Post­di­plom in Eu­ro­pa­recht in Brüssel. Seit 2007 Par­tei­chef der So­zi­al­de­mo­kra­ten und Ab­ge­ord­ne­ter. Seit 2011 Mi­nis­ter­prä­si­dent. Slo­we­ni­en, Ös­ter­reich und Deutsch­land, das Du­blin-Ab­kom­men wie­der in Kraft zu set­zen, zeigt sich der Pre­mier un­be­ein­druckt. „Kroa­ti­en hat nicht nur Herz, son­dern auch Ge­hirn“, sag­te Mi­la­no­vic´.

Fast un­be­kannt war der ExVi­ze des Au­ßen­mi­nis­ters To­ni­no Pi­cu­la, als er 2007 zum Par­tei­chef der So­zi­al­de­mo­kra­ten ge­wählt wur­de. Dass sich der Au­ßen­sei­ter ge­gen die Schwer­ge­wich­te durch­setz­te, ver­dank­te er sei­nem an Krebs ver­stor­be­nen Men­tor und Vor­gän­ger Ivica Racˇan, der sich den 41-Jäh­ri­gen an­geb­lich als Nach­fol­ger ge­wünscht hat­te. Dass sei­ne Par­tei vier Jah­re spä­ter die Wahl ge­wann, ver­dank­te sie we­ni­ger dem Cha­ris­ma ih­res Spit­zen­kan­di­da­ten als den Kor­rup­ti­ons­skan­da­len der bis da­hin re­gie­ren­den Rechts­par­tei HDZ.

Kaum war Mi­la­no­vic´ im Amt, mach­te er sich Fein­de, wo er nur konn­te: Er brüs­kier­te Par­tei­freun­de, leg­te sich mit der Kir­che an, igno­rier­te aus­län­di­sche Di­plo­ma­ten und setz­te holp­rig, aber schwei­gend sei­ne Agen­da durch. Mit der „See­le der Par­tei“konn­te der be­ken­nen­de So­zi­al­li­be­ra­le nie et­was an­fan­gen. Mo­na­te­lang ver­zehr­te Mi­la­no­vic´ sich im Kampf mit sei­nem ei­ge­nen Fi­nanz­mi­nis­ter, bis er auch die­sen Kampf ge­wann. Jetzt, da er ganz Eu­ro­pa wi­der­steht, ern­tet der Un­di­plo­mat das ers­te Mal Be­wun­de­rung im ei­ge­nen Land.

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