Vor­wür­fe nach der Tra­gö­die von Mek­ka

Mas­sen­pa­nik bei sym­bo­li­scher Teu­fels­stei­ni­gung in Mi­na na­he Mek­ka: Vor den To­ren der hei­li­gen Stadt star­ben über 700 Gläu­bi­ge, 800 wur­den ver­letzt.

Kleine Zeitung Steiermark - - | INTERNATIONAL -

Bei ei­ner Mas­sen­pa­nik wäh­rend der is­la­mi­schen Pil­ger­fahrt Hadsch sind in Sau­diA­ra­bi­en ges­tern Früh min­des­tens 717 Men­schen ums Le­ben ge­kom­men. Mehr als 800 Men­schen sei­en zu­dem ver­letzt wor­den, teil­te die sau­di-ara­bi­sche Zi­vil­schutz­be­hör­de mit. Die Zahl der Op­fer muss­te mehr­fach nach oben kor­ri­giert wer­den. An­fangs war von et­wa ein­hun­dert To­ten die Re­de. Der Aus­lö­ser der Pa­nik war zu­nächst un­klar. Laut ei­nem Kran­ken­haus-Mit­ar­bei­ter kam es zu der Ka­ta­stro­phe au­ßer­halb der Dscha­ma­rat-Brü­cke. Dort dräng­ten sich die Gläu­bi­gen, um am drit­ten Tag des Hadsch sie­ben Kie­sel auf die St­ein­säu­len zu wer­fen und da­mit sym­bo­lisch den Teu­fel zu stei­ni­gen.

Ei­ne Pil­ger­grup­pe, die den Ort ver­las­sen woll­te, sei dort auf ei­ne an­de­re Grup­pe ge­trof­fen, die ent­we­der in die Ge­gen­rich­tung woll­te oder in dem Be­reich cam­pier­te. Da­bei sei es zum Ge­drän­ge und zur Pa­nik ge­kom­men. Das gest­ri­ge Un­glück ist das schwers­te wäh­rend des Pil­ger-Groß­er­eig­nis­ses seit 25 Jah­ren.

Zwei Mil­lio­nen Pil­ger

Et­wa zwei Mil­lio­nen Mus­li­me aus al­ler Welt be­tei­li­gen sich die­ses Jahr am Hadsch. Ges­tern wur­de zu­dem das mus­li­mi­sche Op­fer­fest Eid al-Ad­ha ge­fei­ert. Der Tag gilt als der ge­fähr­lichs­te wäh­rend der Pil­ger­fahrt, da Zehn­tau­sen­de Pil­ger auf engs­tem Raum ih­re Ri­tua­le voll­zie­hen. 2006 star­ben an der glei­chen Stel­le min­des­tens 346 Pil­ger in ei­nem Mas­sen­ge­drän­ge.

In­fra­struk­tur ver­bes­sert

In den fol­gen­den Jah­ren in­ves­tier­te Sau­di-Ara­bi­en Mil­li­ar­den, um die In­fra­struk­tur zu ver­bes­sern, die Pil­ger­mas­sen bes­ser len­ken zu kön­nen und ei­nen Mas­sen­an­drang zu ver­hin­dern. Seit der Fer­tig­stel­lung der neu­en Dscha­ma­rat-Brü­cke 2009 ist es Gläu­bi­gen mög­lich, von fünf Ebe­nen aus zu den St­ein­säu­len zu ge­lan­gen. Trotz­dem er­lit­ten be­reits am Mitt­woch mehr als 200 Men­schen an ei­nem Bahn­hof in Mi­na im gro­ßen Ge­drän­ge Schwä­cheund Ohn­machts­an­fäl­le. Zu grö­ße­ren Un­glü­cken ist es aber seit ei­nem Jahr­zehnt nicht mehr ge­kom­men.

Der Iran warf Sau­di-Ara­bi­en schwe­re Si­cher­heits­män­gel vor. Nach An­ga­ben des ira­ni­schen Hadsch-Or­ga­ni­sa­tors Said Oha­di wur­den zwei Fuß­we­ge ge­sperrt. „Das lös­te die­sen tra­gi­schen Vor­fall aus“, sag­te er dem ira­ni­schen

Mehr als 220 Kran­ken­wa­gen und 4000 Ret­tungs­kräf­te wa­ren im Ein­satz. Am Sonn­tag ist der Hadsch of­fi­zi­ell zu En­de

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