Flücht­lings­quo­te: Graz ist ab­ge­schla­gen

1560 Asyl­wer­ber sind ak­tu­ell in Quar­tie­ren in Graz un­ter­ge­bracht. Der Ver­gleich un­ter Lan­des­haupt­städ­ten zeigt: Graz hinkt an­de­ren hin­ter­her.

Kleine Zeitung Steiermark - - | GRAZ - GE­RALD WIN­TER- PÖLSLER

6Asyl­wer­ber auf 1000 Ein­woh­ner – so vie­le Flücht­lin­ge le­ben der­zeit in Graz, wenn man je­ne, die nur auf der Durch­rei­se sind, ab­zieht. In ab­so­lu­ten Zah­len sind das 1560 Per­so­nen, die auf den Aus­gang ih­res Asyl­ver­fah­rens in Graz war­ten. Das ent­spricht ei­ner Quo­te von 0,57 Pro­zent.

Da­mit über­schrei­tet Graz die von Bür­ger­meis­ter Sieg­fried Nagl (ÖVP) im Som­mer selbst ins Spiel ge­brach­te 0,5-Pro­zen­tQuo­te, ein Ver­gleich mit den an­de­ren Lan­des­haupt­städ­ten zeigt aber: Graz liegt ab­ge­schla­gen im hin­te­ren Drit­tel. Spit­zen­rei­ter ist St. Pöl­ten mit ei­ner Quo­te von 1,72 Pro­zent, nur Kla­gen­furt (0,46 Pro­zent) und Ei­sen­stadt (0,29 Pro­zent) sind hin­ter Graz.

Hat Graz al­so noch Luft nach oben? Wenn man im Bü­ro der zu­stän­di­gen Lan­des­rä­tin Do­ris Kam­pus nach­fragt, ob mehr Asyl- wer­ber nach Graz kom­men wer­den, nimmt man das als rhe­to­ri­sche Fra­ge. „An­ge­sichts der ak­tu­el­len Si­tua­ti­on ist auf je­den Fall mit mehr Flücht­lin­gen zu rech­nen. Auch in Graz“, heißt es.

Dass Graz beim Lan­des­haupt­stadt­ver­gleich so weit hin­ten liegt, er­klärt Kam­pus so: „Wir ver­su­chen seit ei­nem Jahr, Asyl­wer­ber mög­lichst gleich­mä­ßig auf die stei­ri­schen Be­zir­ke zu ver­tei­len.“Graz hat­te in der Stei­er­mark im­mer ei­ne Vor­rei­ter­rol­le in­ne, an­de­re Be­zir­ke hat­ten hin­ge­gen „Nach­hol­be­darf“, wie es Kam­pus for­mu­liert. Des­we­gen ka­men zu­letzt nicht so vie­le neue Asyl­wer­ber nach Graz; da­durch ist die Quo­te im Ver­gleich zu an­de­ren Lan­des­haupt­städ­ten auch nied­ri­ger.

Aber: „Wenn wir ein in­ter­es­san­tes Quar­tier an­ge­bo­ten be­kom­men, tre­ten wir na­tür­lich schon an die Stadt her­an. Die Ge­sprächs­ba­sis mit der Stadt funk­tio­niert auch gut“, so Kam­pus.

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