Nord­see setzt auch auf

Die Nord­see war ei­ne der ers­ten Ket­ten für Schnell­im­bis­se, Graz spiel­te ei­ne wich­ti­ge Rol­le. Im Match ge­gen Fast Food und Su­per­märk­te put­zen sich die Fisch­spe­zia­lis­ten gera­de frisch her­aus.

Kleine Zeitung Steiermark - - WIRTSCHAFT - HAN­NES GAISCH- FAUSTMANN

Für schnel­les Es­sen steht die Gastroket­te Nord­see – für Snacks, Im­bis­se und den Ein­zel­han­del mit Fisch. Aber nein, mit Ket­ten wie McDo­nalds will Ös­ter­reich-Ma­na­ger Alex­an­der Pietsch nicht ver­gli­chen wer­den. Je­den­falls nicht di­rekt. „Wir ha­ben mit un­se­rem Kon­zept und un­se­rem An­ge­bot ein Al­lein­stel­lungs­merk­mal.“Aber „na­tür­lich matchen wir uns mit dem zu­neh­men­den Fisch­an­ge­bot in Su­per­märk­ten, mit al­len an­de­ren An­bie­tern von Snacks und auch mit der Gas­tro­no­mie.“

In den ver­gan­ge­nen kri­sen­haf­ten Jah­ren hielt sich die Ket­te mit Sitz in Bre­mer­ha­ven und als Teil des Im­pe­ri­ums der Alois-Mül­lerMol­ke­rei (Mül­ler Milch) mehr als nur über Was­ser. „Wir sind im Wachs­tum be­grif­fen. 2014 schaff­ten wir ein Um­satz­plus von sie­ben Pro­zent bei gleich­blei­ben­der Flä­che. Die­ses Ni­veau kön­nen wir heu­er hal­ten“, sagt Pietsch.

Lo­ka­le An­ker

Den­noch be­kommt der Fisch gera­de ei­nen fri­schen An­strich. Seit Au­gust steht die schlich­te Bot­schaft „Wir sind Fisch“über ei­ner Wer­be­kam­pa­gne, die Mar­ke, Her­kunft und Pro­dukt un­ter­strei­chen soll. Vor al­lem wer­den die Stand­or­te mo­der­ni­siert, 381 sind es ins­ge­samt, 34 in Ös­ter­reich. Der Leit­be­trieb in der Gra­zer Her­ren­gas­se er­öff­ne­te ges­tern nach ei­ner In­ves­ti­ti­on von 800.000 Eu­ro neu. Mit Vi­sua­li­sie­run­gen vom ge­mal­ten Haus am Haupt­platz und ei­nem nost­al­gi­schen Brun­nen im Re­stau­rant wirft die Nord­see lo­ka­le An­ker. In Ös­ter­reich sind nun die Hälf­te al­ler Stand­or­te im neu­en De­sign; Holz, Glas, Flie­sen und Grau­tö­ne do­mi­nie­ren.

In der Ge­schich­te der Nord­see spiel­te die Gra­zer Her­ren­gas­se ei­ne nicht un­er­heb­li­che Rol­le. Sie war, be­rich­tet Pietsch, 1967 die ers­te Fi­lia­le, die das Re­stau­ran­t­und Im­biss-Kon­zept ein­führ­te. „Das hat ein­ge­schla­gen wie ei­ne Bom­be. Des­halb wur­de da­mals be­schlos­sen, die­ses Kon­zept aus­zu­bau­en.“

960 Ton­nen Fisch

Schnell­im­bis­se und Sys­tem­gas­tro­no­mie mit dem Roh­stoff Fisch sind ein sen­si­bles Un­ter­fan­gen, weiß der Ös­ter­reich-Chef. „Das Be­wusst­sein in der Ge­sell­schaft ist heu­te deut­lich prä­sen­ter. Wir kön­nen genau sa­gen, wo­her der Fisch kommt“, ver­weist Pietsch auf stren­ge Qua­li­täts­richt­li­ni­en.

In Ös­ter­reich wer­den jähr­lich 960 Ton­nen Fisch, Mee­res­früch­te und Fisch­pro­duk­te ver­ar­bei­tet bzw. ver­kauft, 80 Pro­zent sind Salz­was­ser­fi­sche und 20 Pro­zent Süß­was­ser­fi­sche, auch von re­gio­na­len Pro­du­zen­ten. Die Haupt­ak­teu­re aber sind Lachs, See­lachs und He­rin­ge.

War die Nord­see einst ei­ne Fi­sche­rei­ge­nos­sen­schaft, die die Fi­sche selbst aus dem Meer fisch­te, greift das Un­ter­neh­men heu­te zu ei­nem Drit­tel auf Aqua­kul­tu­ren zu­rück. „Das ist nicht schlech­ter und auch nicht we­ni­ger auf­wen­dig, wenn man es gut macht“, be­tont Pietsch und nennt den Edel­wels aus dem Wald­vier­tel: Der wird wäh­rend der Auf­zucht mit klas­si­scher Mu­sik von Jo­hann Se­bas­ti­an Bach be­spielt – das sei ent­span­nend. Das An­ge­bot an lo­ka­len Pro­duk­ten soll schritt­wei­se wach­sen. Im Meer wür­den die Fang­quo­ten genau ein­ge­hal­ten, die Ver­schmut­zung füh­re aber nicht zu ei­nem Mehr an be­sorg­ten Kun­den, zu­min­dest nicht bei der Nord­see.

In Ös­ter­reich, hier be­schäf­tigt die Nord­see 540 Mit­ar­bei­ter, will die Grup­pe mo­de­rat wach­sen. 40 Fi­lia­len (der­zeit 34) lau­tet das Ziel, je­doch gibt es kei­nen Zeit­druck. „Wir sind sehr vor­sich­tig in der Aus­wahl der Stand­or­te“, so Pietsch. Der­zeit ver­tei­len sie sich et­wa zur Hälf­te auf In­nen­städ­te und Ein­kaufs­zen­tren. Mil­lio­nen Eu­ro be­trug 2014 der Um­satz­er­lös der Nord­see in Ös­ter­reich. Da­von wur­den 14 Pro­zent über den Ein­zel­han­del und 86 Pro­zent über die Gas­tro­no­mie er­zielt. Der Um­satz der Nord­see-Grup­pe ins­ge­samt lag im Vor­jahr bei 356,6 Mil­lio­nen.

Die Nord­see in der Gra­zer Her­ren­gas­se prä­sen­tier­te sich ges­tern neu

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