Ein Knal­ler zum Me­tal­ler-Auf­takt

Ar­beit­ge­ber wol­len erst das Ar­beits­markt­pa­ket der Re­gie­rung se­hen.

Kleine Zeitung Steiermark - - WIRTSCHAFT - CLAU­DIA HAA­SE

WI­EN. Erst sah al­les nach dem üb­li­chen Ri­tu­al aus: Die Ge­werk­schaf­ten über­ge­ben den Ar­beit­ge­bern ihr For­de­rungs­pa­ket, al­le ras­seln mit den Sä­beln und ir­gend­wann wird dann doch ge­schmie­det bei den Me­tal­lern. Was sie für ih­re 180.000 Mit­ar­bei­ter zu­sam­men­brin­gen, gibt schließ­lich für die Ge­häl­ter­ent­wick­lung in ganz Ös­ter­reich die Form vor.

An die­sem Don­ners­tag schlug die Ar­beit­ge­ber­sei­te aber ganz neue Tö­ne an: Man will über­haupt erst ernst­haft re­den, wenn das bis­her öf­fent­lich prak­tisch nicht dis­ku­tier­te Ar­beits­markt­pa­ket der Re­gie­rung auf dem Tisch liegt. „Wir wol­len ei­ne kla­re Aus­gangs­la­ge ha­ben“, be­grün­det der Stei­rer Chris­ti­an Knill, der als Ob­mann des größ­ten Fach­ver­ban­des der Ma­schi­nen- und Me­tall­in­dus­trie (FMMI) für die Ar­beit­ge­ber ver­han­delt, den über­ra­schen­den Schritt. „Wir müs­sen wis­sen, ob ei­ne sechs­te Ur­laubs­wo­che kommt, die wür­de uns näm­lich so viel kos­ten wie die gan­ze Lohn­er­hö­hung.“Für Ar­beits­zeit­ver­kür­zun­gen ist er über­haupt nicht zu ha­ben. „Das wä­re die ro­te Li­nie.“An­ge­sichts der Span­nun­gen zwi­schen den So­zi­al­part­nern ist noch of­fen, wann das Ar­beits­markt­pa­ket fer­tig wird. Knill hofft trotz­dem, den bis En­de Ok­to­ber ge­tak­te­ten Zeit­plan hal­ten zu kön­nen.

Die Ge­werk­schaf­ten PRO-GE und GPA-djp ha­ben noch kei­ne Pro­zent­zahl in den Raum ge­stellt. Mit ei­ner et­was bes­se­ren Ab­gel­tung der In­fla­ti­on soll es aber nicht ge­tan sein. Die ist mit 1,1 bis 1,2 Pro­zent nied­rig. Es ge­he um „or­dent­li­che Re­al­lohn­zu­wäch­se“. 2014 wur­de 2,1 Pro­zent mehr Lohn aus­ge­han­delt. Be­son­de­rer Streit­punkt dürf­te heu­er die von den Ge­werk­schaf­ten ge­for­der­te Frei­zeit­op­ti­on sein, die statt Geld mehr Frei­zeit er­mög­licht. Knill sieht sie aber wie ei­ne sechs­te Ur­laubs­wo­che. In der Elek­tro­nik­in­dus­trie gibt es die Op­ti­on seit 2013, 4000 von 50.000 Be­schäf­tig­ten nut­zen sie.

Knill zu­fol­ge geht es der Me­tall­in­dus­trie schlecht, die Pro­duk­ti­on fal­le. In den FMMI-Fir­men sei die Zahl der Jobs erst­mals un­ter 120.000 ge­sun­ken.

Chris­ti­an Knill ist strikt ge­gen die Frei­zeit­op­ti­on

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