Der My­thos stirbt nie

Vor 60 Jah­ren ver­un­glück­te Ja­mes De­an in ei­nem Por­sche Spy­der. Mit sei­nem Tod wur­de er zum Hel­den, das Au­to zur Le­gen­de.

Kleine Zeitung Steiermark - - | MEIN AUTO -

Der Wa­gen war die Sen­sa­ti­on des Pa­ri­ser Au­to­mo­bil­sa­lons 1953 – und ein Mei­len­stein in der Ge­schich­te der Sport­wa­gen­mar­ke. Schließ­lich galt der bloß 550 Ki­lo­gramm schwe­re, of­fe­ne Zwei­sit­zer als ers­ter ernst­haf­ter Ver­such der Stutt­gar­ter, ei­ne per­fek­te Fahr­ma­schi­ne für den Renn­sport zu schaf­fen. Und der Spy­der wur­de den Er­war­tun­gen mehr als ge­recht: Auf­grund des ex­trem güns­ti­gen Leis­tungs­ge­wichts ge­nüg­ten dem klei­nen Por­sche an­fangs 110 PS, um sich ge­gen die weit­aus stär­ke­re Kon­kur­renz durch­zu­set­zen. So be­geis­ter­te der form­schö­ne Por­sche bis in die 60er-Jah­re hin­ein auf al­len Renn­stre­cken der Welt.

Dass der Wa­gen zur Le­gen­de wur­de, hat frei­lich mit sei­nen Er­fol­gen in Le Mans oder bei der Mil­le Miglia zu tun, in ei­nem ho­hen Maß aber auch mit ei­nem jun­gen Hol­ly­wood­schau­spie­ler, der ra­sant leb­te und tra­gisch starb – hin­ter dem Steu­er ei­nes Por­sche 550 Spy­der. Der Crash, der sich vor 60 Jah­ren auf ei­nem ka­li­for­ni­schen Highway er­eig­ne­te, schrieb als be­rühm­tes­ter Ver­kehrs­un­fall al­ler Zei­ten Ge­schich­te: Er sti­li­sier­te das Op­fer zum Hel­den für Ge­ne­ra­tio­nen und mach­te das Au­to zu ei­ner Sport­wa­gen-Iko­ne, die sich heu­te bei aus­ge­such­ten Old­ti­mer-Ver­an­stal­tun­gen be­wun­dern lässt. Ja­mes De­an, Re­bell und Idol zu­gleich, leb­te sei­ne Mo­tor­sport­lei­den­schaft mit dem „Litt­le Bas­tard“, wie er sei­nen Spy­der ge­tauft hat­te, bei klei­nen Ren­nen aus. Nach Ab­schluss der Dreh­ar­bei­ten zum Film „Gi­gan­ten“wa­ren er und der Por­sche-Mecha­ni­ker Rolf Wüt­he­rich am 30. Sep- tem­ber 1955 kurz vor 18 Uhr auf dem Weg zu ei­ner Renn­stre­cke in Sa­li­nas, als es pas­sier­te. Ein Stu­dent aus San Lu­is Obis­po hat­te in ei­nem Ford Cust­om Tu­dor dem De­an-Por­sche auf ei­ner Highway-Kreu­zung bei Pa­so Ro­bles die Vor­fahrt ge­nom­men und war dem Spy­der mit vol­ler Wucht in die lin­ke Tür ge­don­nert. Der Schau­spie­ler hat­te bei dem Auf­prall un­ter an­de­rem ei­nen Ge­nick­bruch er­lit­ten und ver­starb im Am­bu­lanz­wa­gen, sein Bei­fah­rer war weit aus dem Wa­gen ge­schleu­dert wor­den und über­leb­te schwer ver­letzt. Wü- the­rich starb 26 Jah­re spä­ter bei ei­nem Un­fall in Deutsch­land.

Über dem, was vom Spy­der üb­rig blieb, soll­te ein Fluch lie­gen. Der Mo­tor, das Ge­trie­be und zwei in­tak­te Rei­fen wa­ren se­pa­rat ver­kauft wor­den und brach­ten ih­ren Be­sit­zern aus­schließ­lich Un­glück. Das Wrack wur­de spä­ter ge­stoh­len und soll sich heu­te in Me­xi­ko be­fin­den. Wie je­des Jahr wird am To­des­tag ei­ne „Ja­mes De­an De­ath Day Me­mo­ri­al Ral­lye“or­ga­ni­siert, die der Rou­te bis zum Un­fall folgt.

Newspapers in German

Newspapers from Austria

© PressReader. All rights reserved.