Das„Der­by“wird kein Spiel für Fein­schme­cker

Köln trifft heu­te in der deut­schen Bun­des­li­ga auf In­gol­stadt. Es ist das Du­ell von Ös­ter­reichs Trai­nern Pe­ter Stö­ger und Ralph Ha­sen­hüttl.

Kleine Zeitung Steiermark - - | SPORT - KLAUS MOLIDOR

Le­cker­bis­sen wird das kei­ner. Da sind sich Köln-Trai­ner Pe­ter Stö­ger und sein In­gol­städ­ter Ge­gen­über Ralph Ha­sen­hüttl ei­nig. „Köln ist nicht da­für be­kannt, zu Hau­se ein Of­fen­siv­spek­ta­kel zu ver­an­stal­ten“, sagt Ha­sen­hüttl. „Bei uns dis­ku­tie­ren die Fans nur über die Hö­he des Sie­ges, ver­ges­sen da­bei aber, wie schwer es ist, ge­gen In­gol­stadt ein Tor zu schie­ßen“, sagt Stö­ger.

Wenn die bei­den ein­an­der heu­te in Köln zum Auf­takt der sie­ben­ten Bun­des­li­ga-Run­de ge­gen­über­ste­hen, ist es das ers­te Du­ell zwei­er ös­ter­rei­chi­scher Trai­ner in Deutsch­lands höchs­ter Spiel­klas­se seit 2002, als Pe­ter Pa­cult 1860 München trai­nier­te und Kurt Ja­ra den HSV.

„Klei­nes Licht“ganz groß

Stö­ger und Ha­sen­hüttl ken­nen ein­an­der schon aus ge­mein­sa­men Zei­ten bei der Wie­ner Aus­tria. „Er war Füh­rungs­spie­ler, ich das klei­ne Licht aus Graz, das zum ers­ten Mal in die gro­ße Fuß­ball­welt kommt“, sagt Ha­sen­hüttl. Nach den ge­mein­sa­men fünf Jah­ren bei der Aus­tria ist der Kon­takt ab­ge­ris­sen. „Wir wa­ren nicht im­mer ei­ner Mei­nung“, sagt Ha­sen­hüttl, „hat­ten aber bei­de un­se­ren ei­ge­nen Kopf, und es war da­mals schon klar, dass wir bei­de Trai­ner wer­den wür­den.“

Dass es Stö­ger mit Köln in die Bun­des­li­ga ge­schafft hat, freut Ha­sen­hüttl. „Weil ich sei­ne auf­ge­räum­te Art sehr mag. Au­ßer­dem ver­steht er ein biss­chen was vom Fuß­ball“, sagt Ha­sen­hüttl und lacht. Nicht die ein­zi­ge Ge­mein­sam­keit der bei­den Trai­ner. Bei­de sind sehr kom­mu­ni­ka­tiv, spre­chen viel mit den Spie­lern und sind dar­um be­müht, dass es al­len gut geht – kurz: bei­de ver­fü­gen über Füh­rungs­qua­li­tä­ten.

Aber ei­ner von bei­den muss sich heu­te von ei­ner Se­rie ver­ab­schie­den. Köln hat zu Hau­se zwei Mal ge­won­nen und ein Mal un­ent­schie­den ge­spielt. In­gol­stadt hat al­le drei Aus­wärts­spie­le ge­won­nen, da­heim aber noch kein Tor er­zielt. „Zu Hau­se wol­len wir den Sieg zu sehr. Aus­wärts da­ge­gen bre­chen wir den Rhyth­mus und ver­schlep­pen das Spiel ein we­nig“, er­klärt Ha­sen­hüttl. Der aber auch weiß, dass es von Run­de zu Run­de schwie­ri­ger wird, weil sich die Geg­ner schon auf das kör­per­lich in­ten­si­ve Spiel des Auf­stei­gers ein­stel­len.

Au­ßer­dem weiß er, wie sich ein Sieg in Köln an­fühlt. „In der 2. Li­ga ha­ben wir dort ge­won­nen. Das war da­mals Kölns ein­zi­ge Heim­nie­der­la­ge der Sai­son.“

Be­son­de­re Qua­li­tä­ten

Nach sechs Run­den ist der Gra­zer in­ner­lich ein biss­chen be­ru­hig­ter. Vor der Sai­son wur­de er al­lent­hal­ben vor der gro­ßen Qua­li­tät der Bun­des­li­ga ge­warnt. „Da hat­te ich ein we­nig Angst. Jetzt weiß ich aber, dass der Qua­li­täts­un­ter­schied über das star­ke Kol­lek­tiv zu be­herr­schen ist.“Aus­nah­me bis­her: Dort­mund, das mit 4:0 über den Auf­stei­ger hin­weg­ge­braust ist. „Aber Mainz, Augs­burg und Bre­men sind ja auch kei­ne Lauf­kund­schaft“, sagt Ha­sen­hüttl stolz.

Nur ei­nes är­gert ihn. Dass er an der ZDF-Sport­stu­dio-Tor­wand bei sechs Schüs­sen nur ein­mal traf – wie auch Pe­ter Stö­ger. „Da ha­be ich noch Luft nach oben.“

RB Leip­zig – Frei­burg 1:1.

DEUTSCH­LAND

Voll in Fahrt: Ralph Ha­sen­hüttl hofft mit Auf­stei­ger In­gol­stadt auf den vier­ten Sieg in Fol­ge

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