„Bin kei­ner, der

Der Aus­nah­me­klet­te­rer Da­vid La­ma (25) spricht im In­ter­view über den Cer­ro Tor­re, die Me­di­en und den Reiz des Un­mög­li­chen.

Kleine Zeitung Steiermark - - | TV & MEDIEN - I NTERVIEW: DA­NI­EL HADLER

Schon als Ju­gend­li­cher be­geis­ter­te Da­vid La­ma die Klet­ter­sze­ne, mit 19 Jah­ren setz­te sich der Inns­bru­cker ein gro­ßes Ziel: Er will als ers­ter Mensch die in Klet­terer­krei­sen le­gen­dä­re „Kom­pres­sor­rou­te“am Cer­ro Tor­re, ei­nem der schwie­rigs­ten Ber­ge der Welt, frei klet­tern. Be­glei­tet wur­den er und sein Klet­terpart­ner Pe­ter Ort­ner bei ih­rem Mam­mut­pro­jekt von ei­nem Ka­me­ra­team.

Die Do­ku „Cer­ro Tor­re – Nicht der Hauch ei­ner Chan­ce“lock­te im Vor­jahr fast 60.000 Al­pin­be­geis­ter­te in die hei­mi­schen Ki­nos. Ser­vus TV bringt heu­te den ers­ten Teil der Do­ku erst­mals ins Fern­se­hen, der zwei­te Teil folgt am 2. Ok­to­ber.

Hat sich durch Ih­re Be­ge­hung et­was am My­thos Cer­ro Tor­re ge­än­dert? DA­VID LA­MA: Nein, der Berg wird im­mer sei­nen My­thos be­hal­ten. Man muss sich den Berg nur ein­mal an­schau­en, wie er aus den Wol­ken her­aus­kommt – wenn er denn ein­mal her­aus­kommt. Der Berg hat ei­ne enor­me An­zie­hung auf al­le Al­pi­nis­ten und die­se ist durch mei­ne Be­ge­hung nicht ge­schmä­lert wor­den.

Von Ih­rer Rou­te auf den Cer­ro Tor­re hieß es, es sei un­mög­lich, sie frei zu klet­tern. Was reizt Sie an der Un­mög­lich­keit? LA­MA: Ich bin nicht je­mand, der bei je­dem Pro­jekt schaut: Ist es mach­bar oder ist es nicht mach­bar? Und ich ge­he si­cher eher Pro­jek­te an, wo ich mir da nicht ganz si­cher sein kann. Das ist et- was, das mich und mei­ne Plä­ne aus­zeich­net, dass ich Pro­jek­te in An­griff neh­me, wo ich mich erst lang­sam hint­as­ten muss. Mich hin­zu­ar­bei­ten, bis die freie Be­ge­hung ge­lingt.

Muss heu­te je­des Klet­te­rer­eig­nis me­di­al be­glei­tet wer­den? LA­MA: Den Ein­druck ha­be ich ei­gent­lich nicht, weil zum Berg­stei­gen al­lein brau­che ich kei­ne Ka­me­ra. Wenn ich aber vom Berg­stei­gen le­ben will, dann ist das grund­sätz­lich nichts Schlech­tes. Ich woll­te im­mer das Klet­tern zu mei­nem Le­bens­mit­tel­punkt, mei­nem Le­bens­in­halt ma­chen, und da ge­hört eben auch da­zu, dass man sei­ne Sa­chen do­ku­men­tiert.

Wie geht es mit Ih­rem Mas­her­brum-Pro­jekt in Pa­kis­tan wei­ter? Ein­mal muss­ten Sie be­reits un­ver­rich­te­ter Din­ge um­keh­ren. LA­MA: Ich möch­te auf je­den Fall wie­der zu­rück, um den Berg zu ver­su­chen. Er ist das An­spruchs­volls­te, was ich mir der­zeit berg­stei­ge­risch vor­stel­len kann. Von dem her ist das na­tür­lich der gro­ße Traum – und ich bin kei­ner, der sei­ne Träu­me ein­fach so ver­wirft, weil es schwie­rig ist.

Wie vie­le Ta­ge im Jahr sind Sie zu Hau­se in Göt­zens? LA­MA: Gera­de wäh­rend mei­ner grö­ße­ren Ex­pe­di­tio­nen kann es schon sein, dass ich ein hal­bes Jahr nicht in Göt­zens bin. Na­tür­lich bin ich viel un­ter­wegs, aber ich ha­be es ganz ger­ne da­heim und wür­de auch sa­gen, Göt­zens ist mein Da­heim – aber ich ha­be eben kei­nen Bü­ro­all­tag.

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