Sie­ben Ta­ge Ma­ma, sie­ben Ta­ge Pa­pa

Ob ein „Heim ers­ter Ord­nung“dem Wohl ei­nes Kin­des wi­der­spricht? Ei­ne Fra­ge mit vie­len Ant­wor­ten.

Kleine Zeitung Steiermark - - | INTERNATIONAL - VON MENSCH ZU MENSCH CA­RI­NA KERSCH­BAU­MER

Ös­ter­reichs ge­schie­de­ne Vä­ter ha­ben Grund zur Freu­de. Zu­min­dest kön­nen sie hof­fen, dass der Ver­fas­sungs­ge­richts­hof sich nach der gera­de statt­ge­fun­de­nen Ver­hand­lung der Mei­nung ei­nes Lan­des­ge­richts an­schließt. Und dann wä­re er­reicht, was Vä­ter seit Lan­gem for­dern: dass Kin­der nach Schei­dun­gen auch zwei Haupt­wohn­sit­ze ha­ben kön­nen. Da wird dann wie in vie­len Fa­mi­li­en Dä­ne­marks Sonn­tag die Schul­ta­sche ge­packt, weil nach sie­ben Ta­gen bei Pa­pa sie­ben Ta­ge bei Ma­ma fol­gen.

Ei­ne Auf­tei­lung, die auch man­che El­tern in Ös­ter­reich prak­ti­zie­ren. In­of­fi­zi­ell. Of­fi­zi­ell ist es nicht er­laubt. Of­fi­zi­ell muss vor Ge­richt ein Haupt­wohn­sitz fest­ge­legt wer­den. Ei­ne Re­ge­lung, die nach Mei­nung des Wie­ner Lan­des­ge­richts ver­fas­sungs- wid­rig ist, weil sie ge­gen das Recht auf Ach­tung des Fa­mi­li­en­le­bens ver­sto­ße. Wie auch die Fest­le­gung ei­nes „Hei­mes ers­ter Ord­nung“dem Kin­des­wohl wi­der­spre­chen könn­te.

Kin­des­wohl? Als ob es wirk­lich dar­um gin­ge. Wie er­klär­te das Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um gera­de das Ver­bot von Dop­pel­re­si­den­zen? Es müss­te „nicht zu­letzt aus for­ma­len Grün­den“fest­ge­legt wer­den, wo das Kind „haupt­säch­lich be­treut“wird.

Wor­um geht es al­so? Um for­ma­le Grün­de oder um das Kin­des­wohl oder viel­leicht auch um die Hö­he der Un­ter­halts­zah­lun­gen? atür­lich kann ein Kind auch zwei Zu­hau­se ha­ben. Und wenn das al­le wol­len, war­um soll­te es ver­bo­ten sein? Ja, es gibt Grün­de, die da­ge­gen spre­chen. Wie der Stress, je­den Sonn­tag die Woh­nung wech­seln zu müs­sen. Wer aber auf „for­ma­le Grün­de“ver­weist, be­weist ein­drucks­voll nur ei­nes: wie „for­mal“das viel zi­tier­te Kin­des­wohl ge­nom­men wird.

NSie er­rei­chen die Au­to­rin un­ter

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