Für Ge­mein­den neu ver­teilt WO­FÜR BE­DARFS­ZU­WEI­SUN­GEN FLI ES­SEN

Kleine Zeitung Steiermark - - STEIERMARK -

Das Ver­hält­nis wird frei­lich nicht aus­ge­schnapst, son­dern die An­zahl der Ge­mein­den, die Be­völ­ke­rung, die Fi­nanz­kraft und die Flä­che spie­len da­bei die Haupt­rol­le. Schüt­zen­hö­fer, der als neu­er Lan­des­haupt­mann für al­le „Nicht-SPÖ-Ge­mein­den“zu­stän­dig ist, hat in al­len Punk­ten mehr Ge­wicht: mehr Ge­mein­den (212 zu 74), Bür­ger und so wei­ter. Ein Son­der­fall ist Graz, das seit Jah­ren ein Ein­woh­ner­plus ver­zeich­net und ent­spre­chend viel Geld be­nö­tigt. Das hat die Lan­des­re­gie­rung be­rück­sich­tigt: Der An­teil der Gra­zer am „Steu­er­ku­chen“der Ge­mein­den wur­de von elf auf zwölf Pro­zent er­höht. Um den Rest müs­sen sich die Bür­ger­meis­ter der 286 stei­ri­schen Kom­mu­nen be­mü­hen: Ein Rechts­an­spruch be­steht nicht, oh­ne den Se­gen des Lan­des­ers­ten oder sei­nes Vi­ze geht nichts.

Ra­scher ans Geld

Die Kri­te­ri­en für die Ver­tei­lung (aus 2009; sie­he In­fo­box) sind aber nicht in St­ein ge­mei­ßelt, die Lan­des­ko­ali­ti­on feilt an ei­ner No­vel­le. Schick­ho­fer schwebt ei­ne Ver­ein­fa­chung vor, um „es den Kom­mu­nen leich­ter zu ma­chen, ih­re Mit­tel ab­zu­ho­len und ra­scher zu in­ves­tie­ren“. Ein Si­gnal an den Ar­beits­markt. In­halt­lich soll­te die Stand­ort­ent­wick­lung mehr Ge­wicht er­hal­ten.

Das letz­te Wort ist al­ler­dings noch nicht ge­spro­chen, auch die ÖVP hat Ide­en und vie­le Bür­ger­meis­ter wol­len eben­so mit­re­den. Da­zu kommt, dass der Bun­des­rech­nungs­hof die „Zah­lungs­strö­me der Ge­biets­kör­per­schaf­ten mit Schwer­punkt Be­darfs­zu­wei­sun­gen“genau un­ter die Lu­pe ge­nom­men hat. Der Roh­be­richt ist kurz vor der Fer­tig­stel­lung, be­stä­tigt man auf An­fra­ge in Wi­en.

Durch­ge­si­ckert ist, dass die all­zu au­to­no­me Ab­wick­lung auf SPÖ-Sei­te den Prü­fern ins Au­ge ge­sto­chen ist. Das birgt Spreng­stoff, ist doch Ab­tei­lungs­lei­te­rin Do­ris Kam­pus mitt­ler­wei­le Lan­des­rä­tin – und die bei Franz Vo­ves für Ge­mein­den zu­stän­di­ge Re­fe­ren­tin wur­de von Vi­ze-LH Schick­ho­fer über­nom­men. zu 37,86. Das ist der neue Schlüs­sel (in Pro­zent), nach dem die Mit­tel für Be­darfs­zu­wei­sun­gen (in­klu­si­ve Schul- und Wege­bau) zwi­schen Nicht-SPÖ-Ge­mein­den (al­so von der ÖVP und Bür­ger­lis­ten) und den SPÖ-Ge­mein­den auf­ge­teilt wer­den. Här­teaus­gleich: Die Ge­mein­den kön­nen Be­darfs­zu­wei­sun­gen be­an­tra­gen, wenn sie in fi­nan­zi­el­le Schwie­rig­kei­ten ge­ra­ten sind. Zum Bei­spiel we­gen Ein­woh­ner­rück­gän­gen oder nach der Plei­te ei­nes Groß­be­trie­bes im Ort. Ab­gän­ge: Be­darfs­zu­wei­sun­gen sol­len das Gleich­ge­wicht im Ge- mein­de­bud­get her­stel­len. Vor­aus­set­zung: Die Kom­mu­ne kann ein Kon­zept vor­le­gen, wie man den Haus­halt in den Griff be­kommt. Pro­jek­te: Mit Be­darfs­zu­wei­sun­gen wer­den neue Vor­ha­ben in der Ge­mein­de um­ge­setzt. Zu­schlä­ge gibt es für Pro­jek­te von Klein­re­gio­nen und für öko­lo­gi­sche Maß­nah­men.

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