Por­sche-Chef Mül­ler soll Volks­wa­gen ret­ten

Mat­thi­as Mül­ler löst Win­ter­korn ab. Auch in Eu­ro­pa trifft der Skan­dal Mil­lio­nen Au­tos.

Kleine Zeitung Steiermark - - WIRTSCHAFT -

WOLFSBURG. Die Sit­zung des VWAuf­sichts­ra­tes brach­te kei­ne Über­ra­schung mehr: Mat­thi­as Mül­ler, Por­sche-Chef, galt als Fa­vo­rit für die Nach­fol­ge von VW-Boss Mar­tin Win­ter­korn, der we­gen des Die­selskan­dals zu­rück­ge­tre­ten war, und wur­de ges­tern vom Kon­troll­gre­mi­um für die­se Funk­ti­on be­stellt.

„Mei­ne ers­te Auf­ga­be wird es sein, durch scho­nungs­lo­se Auf­klä­rung Ver­trau­en zu­rück­zu­ge­win­nen“, er­klär­te Mül­ler am Abend, er ist seit fast 40 Jah­ren im Kon­zern. Bei ei­ner au­ßer­or­dent­li­chen Haupt­ver­samm­lung am 9. No­vem­ber wird sich Hans Die­ter Pötsch als de­si­gnier­ter Auf­sichts­rats­chef der Wahl stel­len. Auch die Nach­fol­ge Mül­lers bei Por­sche soll mit Pro­duk­ti­ons­vor­stand Oli­ver Blu­me (47) ent­schie­den sein.

Der Die­selskan­dal nimmt un­ter­des­sen im­mer grö­ße­re Aus­ma­ße an. Der deut­sche Ver­kehrs­mi­nis­ter Alex­an­der Do­brindt sprach ges­tern von min­des­tens 2,8 Mil­lio­nen ma­ni­pu­lier­ten Fahr­zeu­gen auf deut­schen Stra­ßen. Für Ös­ter­reich gibt es noch kei­ne Zah­len. „Wir wis­sen es noch nicht und wur­den vom Kon­zern um Ge­duld ge­be­ten“, sag­te ein Spre­cher von Im­por­teur Por­sche Aus­tria zur Klei­nen Zei­tung.

Ne­ben Pkw sei­en auch leich­te Nutz­fahr­zeu­ge mit fal­schen Ab­gas-Wer­ten auf dem Markt, sag­te Do­brindt in Berlin. VW müs­se er­klä­ren, ob der Kon­zern in der La­ge sei, die Ma­ni­pu­la­tio­nen zu be­he­ben. „Wir er­war­ten ei­nen ver­bind­li­chen Zeit­plan, bis wann die tech­ni­sche Lö­sung vor­liegt und bis wann sie um­ge­setzt wer­den kann.“Klar sei, dass dies fi­nan­zi­ell nicht zu­las­ten der Kun­den ge­hen dür­fe.

VW muss die be­trof­fe­nen Mo­del­le er­neut und oh­ne Ma­ni­pu­la­ti­ons­soft­ware auf den Prüf­stand stel­len. Laut ÖAMTC-Ex­per­te Max Lang könn­ten die Au­tos, wenn sie die Grenz­wer­te über­schrei­ten, die Ty­pen­zu­las­sung ver­lie­ren. „Die na­tio­na­len Re­gie­run­gen könn­ten Aus­nah­me­re­ge­lun­gen er­las­sen.“VW müss­te aber die Au­tos zu­rück­ho­len, nach­rüs­ten und neu ty­pi­sie­ren.

Mar­tin Win­ter­korn (links) mit sei­nem Nach­fol­ger als VW-Chef Mat­thi­as Mül­ler

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