In­ves­tie­ren nach Ge­fühls­la­ge

Ka­pi­tal zu ver­an­la­gen ist nicht nur Kopf­sa­che. Oft wer­den Ent­schei­dun­gen aus dem Bauch her­aus ge­fällt. So ge­nann­te „Sen­ti­ment-In­di­ka­to­ren“spie­len da­bei in der Fi­nanz­welt ei­ne gro­ße Rol­le. Aber was sa­gen sie aus?

Kleine Zeitung Steiermark - - | MARKT & WERT -

Was auf den Ka­pi­tal­märk­ten pas­siert, ist in den meis­ten Fäl­len nichts klas­sisch Ra­tio­na­les. Viel­mehr be­stim­men Ge­füh­le und Stim­mun­gen, ob An­le­ger kau­fen oder ver­kau­fen. „Sie wer­den von Angst, Gier, Pa­nik oder Eu­pho­rie ge­lei­tet“, sagt Fe­lix Dü­reg­ger, Di­rek­tor des As­set Ma­nage­ments der Scho­el­ler­bank. Er be­tont: „Ein Groß­teil der In­ves­to­ren­schar han­delt häu­fig völ­lig ir­ra­tio­nal.“

Kau­fen oder ver­kau­fen? Das ist hier die (Stim­mungs-)Fra­ge täg­li­che Be­fra­gun­gen durch, wer­ten Han­dels­um­sät­ze und Po­si­tio­nie­run­gen aus und er­stel­len In­di­ka­to­ren, Charts und Ta­bel­len über die Ge­fühls­welt der An­le­ger­schaft. ei­nem Sys­tem vor­zu­ge­hen und da­für lie­ber den Ver­mö­gens­be­ra­ter mehr in die Ver­ant­wor­tung zu zie­hen. „Das er­höht ten­den­zi­ell die Qua­li­tät der Ana­ly­se im ur­ei­gens­ten In­ter­es­se.“

Fa­zit: Wer gründ­lich ana­ly­siert und er­fah­ren im Um­gang mit Markt­stim­mun­gen ist, kön­ne na­tür­lich über­zeugt hin­ter sei­nen In­vest­ment­ent­schei­dun­gen ste­hen.

„Die brei­te Mas­se der An­le­ger soll­te je­doch die kom­ple­xe Ana­ly­se von Sen­ti­ment-In­di­ka­to­ren und de­ren In­ter­pre­ta­ti­on je­den­falls ei­nem er­fah­re­nen Ver­mö­gens­ver­wal­ter über­las­sen“, so Fi­nanz­ex­per­te Fe­lix Dü­reg­ger. Ge­fühls­sa­che. Es gibt psy­cho­lo­gi­sche Pha­sen ei­nes Markt­zy­klus. Wenn man et­wa mit Op­ti­mis­mus star­tet, stei­gert sich der Zy­klus über Span­nung bis hin zur Eu­pho­rie – um über Angst, Ver­zweif­lung und Pa­nik bis hin zur Ka­pi­tu­la­ti­on ab­zu­stür­zen. Nach der De­pres­si­on keimt wie­der Hoff­nung auf, geht in Er­leich­te­rung über und wird wie­der zum Op­ti­mis­mus. Ein an­ti­zy­kli­scher An­le­ger wird ver­su­chen, Eu­pho­rie oder Ver­zweif­lung zu er­ken­nen und an die­sen Punk­ten zu ver­kau­fen oder eben ent­spre­chend zu kau­fen.

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