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Kleine Zeitung Steiermark - - MEINE KARRIERE - I NTERVIEW: LU­I­GI HEIN­RICH

Wie vie­le Be­schäf­tig­te ha­ben Sie der­zeit? NOACK: Um die 35. Manch­mal mehr, manch­mal we­ni­ger.

Ist es schwer, gu­te Leu­te für die­sen Be­ruf zu fin­den? NOACK: Un­ter­schied­lich. Doch der­zeit ha­ben wir sehr pa­ten­te Jungs und auch Mä­dels, die man für un­se­ren Be­ruf be­geis­tern kann. Lei­der gibt es in Berlin kei­ne Be­rufs­schu­le, die Lehr­lin­ge müs­sen da­her für je­weils drei Wo­chen im Stück nach Bay­ern, und das mehr­mals pro Jahr. Dann kom­men sie zu­rück und ha­ben – hof­fent­lich – was ge­lernt. Die Aus­bil­dung dau­ert drei Jah­re.

Wo setzt bei Ih­rem Team künst­le­ri­sche Tä­tig­keit ein? NOACK: Wenn man Mo­del­le ver- grö­ßern muss. Die Künst­ler wol­len das meis­tens nicht selbst ma­chen. Weil sie’s nicht kön­nen. Dort be­ginnt un­se­re Ar­beit.

Auf wel­ches Werk ist die Fir­ma Noack be­son­ders stolz? NOACK: Auf die Qua­dri­ga am Bran­den­bur­ger Tor, die wir 1957/58 in­ner­halb ei­nes Jah­res kom­plett neu her­ge­stellt ha­ben. Auch die Rus­sen ha­ben für ih­re Denkmäler nach dem Krieg gleich den Weg zu uns ge­fun­den. Und na­tür­lich sind wir auch auf das be­son­ders stolz, was wir für Künst­ler wie Hen­ry Moo­re oder Her­bert Ha­jek ge­macht ha­ben, et­wa Ha­jeks gro­ße Säu­le in Stutt­gart.

Mo­men­tan ent­steht hier ein rie­si­ger Zu­bau. Was wird das? NOACK: Un­ter an­de­rem soll es 16 Krea­ti­vi­tät. Man hat stän­dig mit Künst­lern zu tun, und zwar „mit den be­rühm­tes­ten“. Für Jo­seph Beuys et­wa war Her­mann Noack ganz al­lein zu­stän­dig. Qua­dri­ga. Den Auf­trag, die Qua­dri­ga am Bran­den­bur­ger Tor neu zu ma­chen, ist für je­de Fir­ma et­was ganz Be­son­de­res. Dar­auf darf man sehr stolz sein. Ate­liers ge­ben, die von Künst­lern an­ge­mie­tet wer­den kön­nen. Da­zu kom­men Mu­se­um, Ga­le­rie, Re­stau­rant und Ca­fé. Un­ser Ge­län­de liegt auf der Koh­len­gru­be ei­nes ehe­ma­li­gen Koh­le­kraft­werks. Es ist 12.000 Qua­drat­me­ter groß und wir konn­ten es zu ei­nem ver­tret­ba­ren Preis er­wer­ben.

Wie weit mi­schen Sie noch im Be­trieb mit? NOACK: Ich kom­me um 11 und ge­he um 16 Uhr. Dann hab ich die Na­se voll. Aber nur da­heim am Wann­see sit­zen und die Fü­ße aus­stre­cken – nein, das möch­te ich nicht.

Grei­fen Sie noch ak­tiv in die Her­stel­lung ein? NOACK: Seit mir einst ein Ei­sen­tor aufs Kreuz ge­fal­len ist, nicht mehr. Da­mals ha­be ich mich schwer ver­letzt, ha­be mir fünf Wir­bel und sie­ben Rip­pen ge­bro­chen. Ei­ni­ges muss­te müh­sam wie­der „zu­sam­men­ge­klebt“wer­den. Aber wie heißt es so schön: Was uns nicht um­bringt ...

Was macht Ihr Sohn, Her­mann Noack IV., haupt­säch­lich? NOACK: Wäh­rend ich, so­lan­ge ich noch die Kraft hat­te, ger­ne selbst Hand an­ge­legt ha­be, sitzt mein Sohn lie­ber im Bü­ro – wie sei­ner­zeit auch mein Va­ter.

Hat er be­reits für Her­mann V. ge­sorgt? NOACK: Er ist Va­ter von zwei Mäd­chen und wird da­mit wohl Her­mann der Letz­te sein.

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