Beim K. o. geht es de­mTrai­ner an die Haa­re

Heu­te boxt die Gra­ze­rin Eva Vor­a­ber­ger in Wie­ner Neu­dorf ge­gen die Thai­län­de­rin Tee­raporn Pan­ni­mit um den WM-Ti­tel.

Kleine Zeitung Steiermark - - | SPORT - SANDRA MATHELITSCH

Das Ad­re­na­lin wird heu­te Abend rich­tig an­stei­gen, wenn die Ein­lauf­mu­sik er­klingt und der Tun­nel­blick kommt. Für Eva Vor­a­ber­ger heißt es dann: in den Ring stei­gen und die Fäus­te spre­chen las­sen. Mit dem Ziel, sich am En­de in Wie­ner Neu­dorf – ins­ge­samt ste­hen 15 Kämp­fe auf dem Pro­gramm, Be­ginn ist um 18 Uhr – ge­gen die Thai­län­de­rin Tee­raporn Pan­ni­mit durch­zu­set­zen und die WMTi­tel der Ver­bän­de IBO, WIBF und GBU im Ju­ni­or-Bantam­ge­wicht (52,1 Ki­lo­gramm) ihr Ei­gen zu nen­nen.

Doch Vor­a­ber­ger will nicht nur zum Ziel ge­lan­gen, sie will es schnell tun. Nur dann wird der Ra­sie­rer ge­zückt: Bei ei­nem Sieg durch K. o. muss sich ihr Trai­ner vom Box­team Vi­en­na, Pe­ter Po­s­pichal, ei­ne Glat­ze schnei­den las­sen. Der grinst nur und meint, er ha­be kei­ne Be­den­ken. „Der Kampf wird über die vol­le Dis­tanz ge­hen.“Vor­a­ber­ger kon­tert mit ei­nem eben­so gro­ßen Grin­sen: „Oh nein, wird er nicht.“

Ru­he und Ent­span­nung

Doch egal, wie der Kampf en­det, nach der An­span­nung, der wo­chen­lan­gen Vor­be­rei­tung folgt Er­ho­lung. Und die fin­det die Gra­ze­rin in ih­rer Hei­mat. Die Stei­er­mark ist auch ei­ne Art Rück­zugs­ort für die 25-Jäh­ri­ge ge­wor­den, die vor rund fünf Jah­ren nach Wi­en ge­gan­gen ist, um ih­re sport­li­che Kar­rie­re vor­an­zu­trei­ben. Am liebs­ten be­sucht sie ge­mein­sam mit Freund Kim Poul­sen und ih­rer Mut­ter ih­ren Bru­der Michael in Thal, ver­bringt Zeit bei ihm zu Hau­se oder beim na­he ge­le­ge­nen See. „Da kann ich wirk­lich ent­span­nen, ein­fach nur her­um­sit­zen oder spa­zie­ren ge­hen und das Han­dy ein­mal weg­le­gen“, sagt sie. „Die Action ha­be ich ja so­wie­so in Wi­en, des­halb mag ich lie­ber die Ru­he, wenn ich zu mei­ner Fa­mi­lie kom­me.“

Ger­ne ist Vor­a­ber­ger auch auf ei­nem Bau­ern­hof, bei dem ihr Bru­der manch­mal aus­hilft. Un­ter an­de­rem auch we­gen der Tie­re. „Ich war da­bei, als ei­nes der Käl­ber auf die Welt ge­kom­men ist. Das war schon toll“, sagt sie. „Den Stall ha­be ich auch schon aus­ge­mis­tet.“Selbst be­sitzt sie zwei Kat­zen, „für ei­nen Hund hät­te ich lei­der zu we­nig Zeit“.

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