Is­la­mis­ten mi­schen sich un­ter Hel­fer

Bis zu 20.000 Flücht­lin­ge am Wo­che­n­en­de. Ver­fas­sungs­schutz warnt vor Miss­brauch.

Kleine Zeitung Steiermark - - POLITIK -

WI­EN. Der Flücht­lings­strom nach Un­garn und da­mit auch nach Ös­ter­reich reißt nicht ab. In Kroa­ti­en ka­men al­lein am Frei­tag 10.000 neue Flücht­lin­ge an. Seit die Flücht­lin­ge vor zehn Ta­gen erst­mals Kroa­ti­en als Tran­sit­land wähl­ten, ka­men 65.000 Men­schen ins Land. Sie wer­den fast al­le in Bus­sen und Zü­gen an die un­ga­ri­sche Gren­ze ge­bracht, von wo sie nach Ös­ter­reich wei­ter­ge­lei­tet wer­den. Ins­ge­samt dürf­ten an die­sem Wo­che­n­en­de seit Frei­tag 20.000 neue Flücht­lin­ge über die Gren­ze nach Ös­ter­reich kom­men. Auch an der stei­risch-slo­we­ni­schen Gren­ze wird mit neu­en Flücht­lin­gen ge­rech­net.

„Ak­tu­ell sind 14.000 auf der Durch­rei­se in Ös­ter­reich“, schätzt Gerry Foi­tik, Bun­des­ret­tungs­kom­man­dant des Ös­ter­rei­chi­schen Ro­ten Kreu­zes. Er rech­ne da­mit, be­tont er, dass der An­sturm so wei­ter­ge­hen wer­de.

Alar­miert ist der­zeit das Bun­des­amt für Ver­fas­sungs­schutz und Ter­ro­ris­mus­be­kämp­fung. Auch in Ös­ter­reich sol­len „als Is­la­mis­ten be­kann­te Per­so­nen“ver­sucht ha­ben, Flücht­lin­gen Hil­fe an­zu­bie­ten, be­tont Pe­ter Gridling, Di­rek­tor des Am­tes für Ver­fas­sungs­schutz. Der Flücht­lings­strom kön­ne auch miss­braucht wer­den, warnt er. Für we­nig wahr­schein­lich hält er aber, dass Ter­ro­ris­ten die Flücht­lings­rou­te nüt­zen.

Zu Tu­mul­ten kam es am Wo­che­n­en­de in ei­nem Kla­gen­fur­ter Not­quar­tier un­ter 60 Flücht­lin­gen. Die Po­li­zei konn­te die La­ge aber schnell be­ru­hi­gen.

5000 zu­rück­ge­schickt

Für Rät­sel­ra­ten sorg­te In­nen­mi­nis­te­rin Jo­han­na Mikl-Leitner mit ih­rer Aus­sa­ge beim CSU-Tref­fen in Bay­ern, dass es in Ös­ter­reich ge­mäß der Du­blin-Ver­ord­nung seit Jah­res­be­ginn mehr als 5000 Rück­füh­run­gen ge­ge­ben ha­be. Bis En­de Ju­ni wur­de zwar in 3956 Fäl­len ei­ne Rück­füh­rung be­an­tragt, aber nur in 728 Fäl­len durch­ge­führt. Wie das In­nen­mi­nis­te­ri­um klar­stell­te, wür­de es sich um über 5000 „Au­ßer­lan­des­brin­gun­gen“han­deln. Da­zu zäh­len auch Ab­schie­bun­gen und frei­wil­li­ge Aus­rei­sen.

Ös­ter­reich stellt al­ler­dings weit mehr An­trä­ge auf Du­blinÜber­nah­men, als tat­säch­lich über­stellt wer­den. Im Jahr 2014 stan­den 6066 An­trä­gen 1076 Über­stel­lun­gen ge­gen­über.

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