Viel Po­li­zei da­zwi­schen

Rech­te Kund­ge­bung und lin­ke Ge­gen­de­mo in Graz: Hun­der­te gin­gen auf die Stra­ße – und die Exe­ku­ti­ve mit ei­nem Groß­auf­ge­bot da­zwi­schen. Bis auf ein paar Rem­pe­lei­en ging’s letzt­lich fried­lich ab.

Kleine Zeitung Steiermark - - STEIERMARK - NOR­BERT SWOBODA

Ge­gen ein im­pe­ria­lis­ti­sches Ame­ri­ka, ge­gen die USA“– mit ei­ner lan­gen Ti­ra­de ei­nes Mi­gran­ten aus Af­gha­nis­tan be­gann ges­tern um 12 Uhr am Gra­zer Lend­platz die „lin­ke“Ge­gen­de­mons­tra­ti­on zu ei­ner „rech­ten“Kund­ge­bung am Ma­ria­hil­fer­platz. Zu Letz­te­rer hat­te die „Par­tei des Vol­kes“ein­ge­la­den. Vier St­un­den spä­ter, kurz vor 16 Uhr, en­de­te dort die­se Kund­ge­bung mit der Aus­sa­ge: „Die USA und die Na­to sind die wah­re Frie­dens­be­dro­hung, und si­cher nicht Russ­land.“

Es war ei­ne denk­wür­di­ge Be­geg­nung der Ex­tre­me ges­tern in der Gra­zer In­nen­stadt. Am Ma­ria­hil­fer­platz hat­te die „Par­tei des Vol­kes“die Ver­an­stal­tung „für ein bes­se­res Ös­ter­reich“aus­ge­rich­tet. Drei Dut­zend Po­li­zei­au­tos wa­ren ge­parkt, ent­spre­chend vie­le Be­am­te um­stell­ten den Platz und si­cher­ten ihn ge­gen die Ge­gen­de­mons­tra­ti­on. Die war vom Lend­platz aus via Volks­gar­ten­stra­ße Rich­tung Ma­ria­hil­fer­platz ge­zo­gen. Die et­wa 500 Teil­neh­mer woll­ten die Kund­ge­bung aus­pfei­fen – al­ler­dings tat sich dort man­gels In­ter­es­sen­ten erst ein­mal nichts.

Erst kurz vor zwei Uhr konn­te die Ver­an­stal­tung vor rund 200 Zu­hö­rern be­gin­nen. Frank Arm, ein Bay­er, der in Ös­ter­reich lebt, wet­ter­te ge­gen den Staat – und mi­nu­ten­lang so­gar ge­gen die ei­ge­nen Leu­te und de­ren Träg­heit. Pe­gi­da-Spre­cher Wer­ner Wirth war rou­ti­nier­ter und traf die Ge­füh­le der An­hän­ger bes­ser (ge- gen Is­la­mi­sie­rung, für Ös­ter­reich). Ein Er­leb­nis der be­son­de­ren Art war Red­ne­rin Mo­ni­ka Don­ner. Der Ju­ris­tin ge­lang es, die De­mons­tran­ten von rechts her links zu um­ar­men und ein­zu­la­den: „Ihr soll­tet hier ste­hen. Denn Ös­ter­reichs Bun­des­ad­ler braucht ei­nen star­ken rech­ten und lin­ken Flü­gel“, warb sie. Spit­zen teil­te sie aus, aber Pro­tes­te fing sie gut ge­launt auf, die Pfif­fe wur­den im­mer sel­te­ner. Beim oben zi­tier­ten USA-Ver­gleich war nicht mehr recht klar, wo die Ge­gen­sei­te ei­gent­lich stand.

Um 15.45 Uhr lös­ten sich bei­de Kund­ge­bun­gen auf; ei­ni­ge Rem­pe­lei­en noch, die klug ge­führ­te und de­zent agie­ren­de Po­li­zei ent­schärf­te heik­le Si­tua­tio­nen.

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