. . . Ger­hard Rüsch

Kleine Zeitung Steiermark - - GRAZ -

Die so­zia­len Me­di­en sind heu­te auch für Po­li­ti­ker ei­ne un­ent­behr­li­che Spiel­wie­se. Wie an­de­re eif­rig Brief­mar­ken sam­meln, häu­fen Volks­ver­tre­ter bei Face­book so­ge­nann­te „Freun­de“an. Sie, Herr Stadt­rat, wei­sen 1486 Freun­de aus, 99 da­von sind auch mit mir be­freun­det. Nicht aber ein ge­wis­ser To­mi Kirsch. Un­ter die­sem Pseud­onym ver­brei­tet ein Face­boo­ker wi­der­wär­ti­ges Zeug. Die ge­pos­te­ten Sprü­che leh­nen sich an die braune, die schlimms­te Zeit un­se­res Lan­des an. Es ist graus­lich, was dort zu le­sen ist, das Pseud­onym des Ver­fas­sers ist ja auch nicht ganz un­be­kannt in der ein­schlä­gi­gen Sze­ne.

Wer Sie kennt, ist über­rascht da­von, dass Sie als Freund die­ses Drecks auf­schei­nen. Das Sam­meln von Freun­den scheint blind zu ma­chen. ine An­ek­do­te aus den 60erJah­ren, als die So­wjet­uni­on Ost­eu­ro­pa be­herrsch­te. Fragt ein Freund den an­de­ren: „Sag ein­mal, sind die Rus­sen un­se­re Freun­de oder un­se­re Brü­der?“Der an­de­re über­legt: „Ich glau­be, das sind un­se­re Brü­der, denn Freun­de kann man sich aus­su­chen.“In der Hoff­nung, dass Sie künf­tig bes­ser aus­wäh­len und ab heu­te nur noch 1485 Freun­de ha­ben wer­den, ver­bleibt chris­ti­an.we­ni­ger @klei­ne­zei­tung.at

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