Helft mit und wer­det reich be­schenkt

Ein Le­ser be­rich­tet von sei­nem Ein­satz im Flücht­lings­la­ger und rät je­dem da­zu, es selbst aus­zu­pro­bie­ren. Ei­ne an­de­re Le­se­rin will die Re­gen­ten der Län­der, aus de­nen Flücht­lin­ge kom­men, end­lich han­deln se­hen.

Kleine Zeitung Steiermark - - LESER - Rein­hard Leitner, Ju­den­burg

Ich bin in ei­nem So­zi­al­job tä­tig, gleich­zei­tig aber auch kri­tisch. So­mit ha­be ich mich mit Le­bens­part­ne­rin und Toch­ter auf­ge­macht, um mir mal vor Ort (im Schwarzl-Frei­zeit­zen­trum) ein Bild zu ma­chen und mir die La­ge per­sön­lich an­zu­se­hen. Ha­ben wir am Frei­tag vo­ri­ger Wo­che noch mit­ge­hol­fen, die Klei­der­spen­den zu sor­tie­ren (da wa­ren die Flücht­lin­ge noch nicht an­ge­kom­men), so ha­ben wir am Sams- tag schon rund 800 Flücht­lin­ge vor­fin­den kön­nen. Da hat sich dann ein sehr düs­te­res Bild ge­bo­ten: Men­schen, die mü­de und ge­zeich­net von der Flucht wa­ren und meist mit ih­ren Kin­dern am gro­ßen Platz da­vor ge­spielt oder in dem rie­si­gen Zelt ge­schla­fen ha­ben.

Und auf der an­de­ren Sei­te fröh­li­che Kin­der, die sich in Si­cher­heit fühl­ten – und ge­spielt ha­ben, teil­wei­se auch mit Kin­dern, die sie nicht kann­ten und de­ren Spra­che sie nicht spre­chen konn­ten. Nicht um­sonst sag­te Je­sus: „Wer­det wie die Kin­der!“Was ich so in­ter­pre­tie­re: „Geht auf­ein­an­der zu, es wird nichts ge­sche­hen, au­ßer, dass je­der reich be­schenkt aus die­ser Be­geg­nung sei­nen ei­ge­nen Weg fort­set­zen wird.“

Ich ha­be mit ei­nem Ira­ker, meh­re­ren Sy­rern und Af­gha­nen ge­spro­chen – und er­fah­ren müs­sen, was uns die Me­di­en be­reits täg­lich an In­fos lie­fern: Wenn dich der IS erst ein­mal ent­deckt hat, gibt es kein Ent­rin­nen mehr. So ge­se­hen, ist Flucht ein Weg – und be­stimmt nicht der dümms­te! Ich mei­ne, dass Hel­fen ei­ne Art von The­ra­pie für je­den von uns sein kann. Pro­bie­ren Sie es ein­fach mal! Ich und mei­ne Be­glei­te­rin­nen durf­ten sehr, sehr mü­de, aber reich be­schenkt am Abend die Heim­fahrt an­tre­ten. Die Ein­drü­cke wer­den mich ver­mut­lich ein Le­ben lang be­glei­ten. Je­der Frei­wil­li­ge kann kom­men und ge­hen, wann er/sie will – und man geht kei­ne Ver­pflich­tung ein.

Kein Geld für WM

Ich bin auch ein gro­ßer Fuß­ball­Fan, da bin ich auf ei­ne Idee ge­kom­men: War­um brau­che ich ei­ne Fuß­ball-WM 2022? Wer will schon um die Weih­nachts­zeit in der Wüs­te Ball spie­len? Da wer­den zwölf Lu­xus-Sta­di­en mit edels­ten VIP-Klubs ge­baut, die Luft­tem­pe­ra­tur wird teu­er her­un­ter­ge­kühlt, nach dem En­de des Tur­niers ste­hen die Sta­di­en leer und ver­rot­ten.

War­um nimmt Ka­tar nicht die 73 Mil­li­ar­den, die für die­ses Spek­ta­kel vor­ge­se­hen sind, und hilft den Flücht­lin­gen, die nach Eu­ro­pa pil­gern, um hier ein neu­es Le­ben zu be­gin­nen? Mit der un­fass­ba­ren Sum­me, die man bei der

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