Men in Black

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Soll­ten Sie die­ser Ta­ge mit Air New Ze­a­land flie­gen, wer­den Sie sich viel­leicht über den ob­li­ga­ten Film mit den Si­cher­heits­hin­wei­sen wun­dern. Der wird näm­lich von Män­nern in schwar­zen An­zü­gen ge­sun­gen, wäh­rend im Hin­ter­grund Flug­be­glei­te­rin­nen tan­zen. In ei­nem vir­tu­el­len La­bor wird nett cho­reo­gra­fiert ge­zeigt, wie man den Si­cher­heits­gurt an­legt, die Sau­er­stoff­mas­ke hand­habt und wel­che Po­si­ti­on bei ei­ner Not­lan­dung ein­ge­nom­men wer­den muss. Ein lus­ti­ges Völk­chen, die­se Ki­wis? Ja und nein, denn die Sän­ger sind Spie­ler des Rug­byteams. Au­ßer­dem wir­ken, ver­klei­det als Teu­fel, ehe­ma­li­ge Rug­by-Stars aus En­g­land, Aus­tra­li­en und Ar­gen­ti­ni­en mit. anz Neu­see­land ist der­zeit we­gen der Rug­by-WM im Aus­nah­me­zu­stand, so­gar die Pi­lo­ten gra­tu­lie­ren den ja­pa­ni­schen Flug­gäs­ten zum Er­folg ih­rer Kirsch­blü­ten über die süd­afri­ka­ni­schen Spring­boks. Die Wa­li­ser hei­ßen Dra­gons, die Aus­tra­li­er Walla­bies und die Ar­gen­ti­ni­er Pu­mas. Rug­by ist ein selt­sa­mer Sport, et­was für Rauf­bol­de, von Gen­tle­men ge­spielt. Der Ball darf nicht vor­wärts­ge­passt wer­den, bei ei­nem Einwurf bil­det man Räu­ber­lei­tern, au­ßer­dem gibt es das Ge­drän­ge und, für die an Fuß­ball ge­wöhn­ten Zu­se­her, Foul­pfif­fe nur bei straf­recht­lich re­le­van­ten Ver­ge­hen. Blu­ti­ge Tri­kots sind kei­ne Sel­ten­heit. Von Way­ne Shel­ford, ei­ner neu­see­län­di­schen Le­gen-

Gde, er­zählt man, dass er 1986 wäh­rend ei­nes Spiels ei­nen Ho­den­sack­riss er­lit­ten hat, ihn nä­hen ließ und wei­ter­spiel­te. ie Neu­see­län­der, Ti­tel­ver­tei­di­ger und Num­mer eins der Welt, sind be­kannt für ih­ren ri­tu­el­len Ma­o­ri-Tanz, den Ha­ka. Das ist kein volks­tü­meln­der Re­tro-Jux, son­dern Aus­druck da­für, wie sehr man sich mit den Ur­ein­woh­nern iden­ti­fi­ziert. Es gibt Ma­o­ri-TV, Ma­o­ri-Schu­len, vie­les ist zwei­spra­chig und auf Kon­fe­ren­zen be­grü­ßen die Ki­wis ihr Pu­bli­kum zu­erst auf Ma­o­ri. Stel­len Sie sich so et­was in Ame­ri­ka vor! In Neu­see­land ist man stolz auf die­ses Er­be. Trotz­dem sieht man vie­le fett­lei­bi­ge Ma­o­ri, was in Wohl­stands­län­dern meist als Zei­chen für Ar­mut gilt. Das ist ge­ne­tisch, er­klärt man mir. Weil die In­sel­be­woh­ner frü­her lan­ge See­rei­sen über­ste­hen muss­ten, bil­de­ten sie Fett­re­ser­ven. er Um­welt­schutz wird hier groß­ge­schrie­ben, so­gar die All Blacks ha­ben den sil­ber­nen Farn im Wap­pen, das der Pre­mier­mi­nis­ter gleich zur Lan­des­fah­ne ma­chen will. Das Flug­si­cher­heits­lied ist üb­ri­gens nicht nur in Air-New-Ze­a­land-Flug­zeu­gen, son­dern auch auf Youtu­be zu se­hen. Es hat das Zeug zum Hit. Dar­an müs­sen sich die Ös­ter­rei­cher ein Bei­spiel neh­men, wenn es dar­um geht, Frank­reich zu be­sin­gen, weil sonst kommt wie­der Kä­se raus. Franz­o­bel, 1967 in Vöck­la­bruck ge­bo­ren, ist Schrift­stel­ler und Sport-Fan.

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