Haupt­sa­che, sie krie­gen sich am En­de

Schmach­ten am Sonn­tag: Die In­gaLind­ström-Fil­me zei­gen schwe­di­sche „Bul­ler­bü“-Kli­schees. Au­to­rin Christiane Sad­lo über das ge­for­der­te Hap­py End und ih­re Frau­en­fi­gu­ren.

Kleine Zeitung Steiermark - - | TV & MEDIEN - J ULIA SCHAF­FER­HO­FER

Im Schnitt schau­en 5,14 Mil­lio­nen Deut­sche auf ZDF zu, der ORF zeigt die Fil­me der­zeit nicht. Hin­ter dem Pseud­onym In­ga Lind­ström steckt die deut­sche Dreh­buch­au­to­rin Christiane Sad­lo. Sie be­för­dert ih­re Zu­se­her seit 2004 in die Sehn­suchts­or­te Sö­der­ma­no­man­tik so süß wie Erd­be­er­land, Stock­holm und neu­er­dings tor­te. Kli­schees so pat­zig auch nach Öland. „Lie­bes­ge­wie Schlag­obers. Wer zu schich­ten sind uni­ver­sell“, sagt In­ga-Lind­ström-Lie­bes­fil­men Sad­lo zur Klei­nen Zei­tung. Mann schmach­tet, weiß, was ihn er­warund Frau müss­ten sich ir­gend­wie tet: ro­te Holz­häus­tref­fen, Hin­der­chen, Son­nen­un­nis­se über­win­den, ter­gän­ge vor dem sich am En­de krieMä­la­ren oder der gen. „Das Mus­ter Ost­see und ei­ne ist ähn­lich. Aber es

e“jun­ge Frau, die – sind un­ter­schied­li

Csh­crhiso­ti­ann. Sad­lo, ge­stresst vom Job che Ge­schich­ten, in der Stadt – aufs Au­to­rin un­ge­schrie­ben vom Land zieht, nach ter dem Na­men In­ga Lind­ström Le­ben. Re­den Sie dem Sinn des Le­mit zehn Freun­din­bens fahn­det und die­sen mit­hil­fe nen über ih­re Lie­bes­ge­schich­ten ei­nes bo­den­stän­di­gen Fe­schaks und Sie hö­ren zehn ver­schie­de­ne fin­det – die Lie­be gleich da­zu. Sto­rys.“Ob­wohl es nur um Mann

Ein sim­ples Strick­mus­ter mit oder Frau ge­he. „An­de­re Be­zie­den im­mer glei­chen Zu­ta­ten. Das hungs­kon­stel­la­tio­nen gibt es beist bei der 59. Fol­ge „Sü­ße Lei­den­reits in mei­nem Kopf.“Der Sen­schaft“(heu­te, ZDF, 20.15 Uhr) der ist da­für (noch) nicht reif. Ge­nicht an­ders. Die jun­ge Pa­tis­siè­re nau­so wie in punc­to Aus­gang: Hil­la (Jo­se­phin Busch) er­gat­tert „Ich bräuch­te kein Hap­py End, ih­ren Traum­job in ei­nem klei­nen, der Sen­der schon.“lu­xu­riö­sen Ho­tel, das mit Gel­dIh­re Frau­en­fi­gu­ren, be­tont nö­ten kämpft. Ihr Be­zie­hungs­staSad­lo, sei­en viel mo­der­ner als bei tus ist kom­pli­ziert und ihr Chef Ro­sa­mun­de Pil­cher: „Dort wün­streift das Lob für ih­re Krea­ti­o­schen sich Frau­en ger­ne den nen ein. Der neue An­ge­stell­te Lord. Bei mir su­chen sie nicht Jo­nas un­ter­stützt Hil­la, ver- den Er­näh­rer, son­dern freu­en

Rschweigt ihr aber, dass er der Sohn ei­nes Ho­tel­ma­gna­ten ist und das Haus aus­spio­nie­ren soll. Kei­ne Sor­ge: Das Hap­py End ist so si­cher wie „hej!“– das ein­zi­ge schwe­di­sche Wort in den Fil­men.

Som­mer­lie­be

sich über die Lie­be.“Denn: „Die Sehn­süch­te der Frau­en sind heu­te ähn­lich wie vor 50 Jah­ren. Letzt­lich wünscht man sich in die­ser glo­ba­li­sier­ten Welt, dass man je­man­den fin­det, der mit ei­nem ein Stück des We­ges geht.“

Das „Bul­ler­bü“- Syn­drom

Ku­lis­se der Mär­chen, die stets im kur­zen schwe­di­schen Som­mer ge­dreht wer­den: sehn­suchts­träch­ti­ge Buch­ten, nied­li­che Or­te, ent­zü­cken­de Ca­fés, Po­ny­hö­fe. Oder wie Sad­lo es nennt: „Ei­ne Ge­gend, die ver­spricht, noch har­mo­nisch sein zu dür­fen.“Da­für exis­tiert so­gar ein wis­sen­schaft­li­cher Be­griff: Bert­hold Franke, einst Lei­ter des Goe­theIn­sti­tuts in Stock­holm, be­zeich­ne­te die Lie­be der Deut­schen und Ös­ter­rei­cher zum schwe­di­schen Land­le­ben als „Bul­ler­bü-Syn­drom“– an­ge­lehnt an Astrid Lind­grens Klas­si­ker „Die Kin­der aus Bul­ler­bü“. Ein Be­griff, der im schwe­di­schen Feuille­ton leb­haft dis­ku­tiert wur­de. Fol­ge: Seit 2008 zählt er zum Wort­schatz des schwe­di­schen Sprach­ra­tes. Und das, ob­wohl die Fil­me gar nicht im schwe­di­schen TV lau­fen.

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