Nun wankt auch das ro­te Wi­en

In zwei Wo­chen wählt Wi­en, und erst­mals hat die FPÖ mit Stra­che an der Spit­ze die Chan­ce auf Platz eins. Ein Du­ell Häupl ge­gen Stra­che kommt den ro­ten Stra­te­gen aber nicht ganz un­ge­le­gen. Sie hof­fen auf bür­ger­li­che Stim­men.

Kleine Zeitung Steiermark - - | THEMA - MICHAEL J UNGWIRTH

Dass der blaue Erd­rutsch in Ober­ös­ter­reich die Bun­des­po­li­tik in tiefs­te Schock­star­re ver­setzt hat, zei­gen al­lein die gest­ri­gen Auf- und Nicht­auf­trit­te der Par­tei­chefs. Wäh­rend sich SPÖ-Chef Bun­des­kanz­ler Wer­ner Fay­mann im Kanz­ler­amt ein­bun­ker­te, hat­te der Ober­ös­ter­rei­cher Rein­hold Mit­ter­leh­ner kaum ei­ne an­de­re Wahl, als den schwar­zen Sonn­tag in sei­nem Hei­mat­bun­des­land zu ver­brin­gen. Grü­nen­che­fin Eva Gla­wi­sch­nig blieb eben­so in Wi­en wie Ne­os-Chef Mat­thi­as Strolz, bei­de hat­ten kei­nen Grund zum Ju­beln. Nur FPÖ-Chef Heinz-Chris­ti­an Stra­che fei­er­te aus­gie­big in Ober­ös­ter­reich.

Nicht zu

Wort

ge­mel­det

hat sich ges­tern je­ner Po­li­ti­ker, der das Wah­l­er­geb­nis be­son­ders genau stu­die­ren dürf­te: Wi­ens Bür­ger­meis­ter Michael Häupl, der in zwei Wo­chen wählt. Nur Lan­des­par­tei­se­kre­tär Ge­org Nie­der­mühl­bich­ler mel­de­te sich zu Wort und mein­te trot­zig: „Wir wer­den zei­gen, dass Wi­en an­ders ist. Wir wer­den für ei­ne Über­ra­schung sor­gen.“

Freu­de bei SPÖ- Stra­te­gen?

Nun ist da­mit zu rech­nen, dass die mäch­ti­ge, fi­nanz­star­ke Ma­schi­ne­rie des ro­ten Wi­ens mit ih­ren wei­ten Ver­zwei­gun­gen in staats­na­he Un­ter­neh­men ab heu­te un­ter Voll­dampf steht. In SPÖK­rei­sen war in den letz­ten Wo­chen ver­mehrt zu ver­neh­men, ein blau­er Tri­umph in Ober­ös­ter­reich kom­me den Stra­te­gen so­gar zu­pass, dann sei das Match um Platz eins zwi­schen Häupl und Stra­che kein vir­tu­el­les, von Me­di­en in­sze­nier­tes Du­ell mehr, son­dern ei­ne ve­ri­ta­ble Schlacht. „Stra­che auf Platz eins“– die­ses Sze­na­rio wür­de nicht nur je­ne Ge­nos­sen mo­bi­li­sie­ren, die an Wahl­sonn­ta­gen längst nicht mehr das Wahl­lo­kal be­tre­ten. Auch bür­ger­li­che Krei­se könn­ten ge­neigt sein, erst­mals in ih­rem Le­ben SPÖ zu wäh­len, um Stra­che als Bür­ger­meis­ter zu ver­hin­dern. ÖVP, Grü­ne und Ne­os dro­hen völ­lig zer­rie­ben zu wer­den.

Häupl ge­gen Stra­che, das ist Bru­ta­li­tät:

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