Gr­a­ben zu Spa­ni­en

Kleine Zeitung Steiermark - - | TRIBÜNE - RALPH SCHUL­ZE

Der Un­ab­hän­gig­keits­kon­flikt in Ka­ta­lo­ni­en treibt zu­neh­mend ei­nen Keil in das spa­ni­sche Kö­nig­reich. Der Gr­a­ben zwi­schen der ei­gen­wil­li­gen Mit­tel­meer­re­gi­on und dem rest­li­chen Spa­ni­en wird seit Jah­ren tie­fer. Wie konn­te es so weit kom­men? In ei­nem Eu­ro­pa, das doch ei­gent­lich zu­sam­men­wach­sen und nicht neue Gren­zen er­rich­ten will? In ei­ner EU, die nun erst­mals mit der Si­tua­ti­on kon­fron­tiert wird, dass ein Mit­glied­staat sich in zwei Na­tio­nen auf­spal­ten könn­te?

Über­trie­be­ner Na­tio­na­lis­mus spielt bei der­ar­ti­gen Kon­flik­ten im­mer ei­ne Rol­le. Aber im Fal­le der wach­sen­den Ent­frem­dung zwi­schen Ka­ta­lo­ni­en und Spa­ni­en kommt noch ein ent­schei­den­des Ele­ment hin­zu: der völ­li­ge Man­gel an Dia­log­be­reit­schaft und Di­plo­ma­tie auf spa­ni­scher Sei­te. ah­re­lang sind die Ka­ta­la­nen, wel­che seit Jahr­hun­der­ten ih­re ei­ge­ne Spra­che so­wie Kul­tur pfle­gen und die wirt­schafts­stärks­te Re­gi­on Spa­ni­ens ge­schaf­fen ha­ben, von der kon­ser­va­ti­ven Zen­tral­re­gie­rung in Ma­drid ge­de­mü­tigt wor­den. Es ist da­her kein Zu­fall, dass die ka­ta­la­ni­sche Un­ab­hän­gig­keits­be­we­gung in den letz­ten Jah­ren im­mer stär­ker ge­wor­den ist.

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