Klang­sinn­lich­keit ZUR OPER

Kleine Zeitung Steiermark - - KULTUR -

von Franz „Der fer­ne Klang“Schreker. Ins­ze­nie­rung: Flo­ren­ti­ne Klep­per. Auf­füh­run­gen in der Gra­zer Oper: 30. Sep­tem­ber; 3., 7., 15., 18. (Be­ginn: 15 Uhr), 23. und 30. Ok­to­ber; 1. No­vem­ber (15 Uhr), 19.30 bis 22.40 Uhr. Kar­ten: Tel. (0316) 80 00. www.oper-graz.com Be­wer­tung: rum der Graf im zwei­ten Fi­na­le Gre­te nicht aus dem Bor­dell ent­füh­ren darf.

Mit der Um­deu­tung des al­ten Weibs zum Al­ter Ego Gre­tes und Ru­dolfs Er­schei­nen als Dou­ble von Fritz ver­weist sie dar­auf, dass Schreker in sein Li­bret­to zur Künst­ler­tra­gö­die des schei­tern­den Kom­po­nis­ten die ak­tu­el­len Er­kennt­nis­se von Sig­mund Freud ein­ge­ar­bei­tet hat; die Gren­ze zwi­schen Traum und Wirk­lich­keit ver­wischt sie durch den Auf­tritt ei­ni­ger Fi­gu­ren mit rie­si­gen Ge­sichts­mas­ken im drit­ten Akt.

Zum Er­eig­nis wird die Wie­der­kehr des 1924 in Graz zur ös­ter­rei­chi­schen Erst­auf­füh­rung ge­brach­ten „Fer­nen Klangs“nicht durch die bloß so­li­de Ins­ze­nie­rung, son­dern die hoch­klas­si­ge mu­si­ka­li­sche Um­set­zung.

Glit­zern­de Far­ben

Dirk Kaf­t­an, des­sen Augs­bur­ger Ein­stu­die­rung des „Fer­nen Klangs“auf CD (Ars Pro­duk­ti­on) vor­liegt, bringt mit den blen­dend dis­po­nier­ten Gra­zer Phil­har­mo­ni­kern die glit­zern­den Far­ben die­ser Par­ti­tur, mit der sich Franz Schreker 1912 in den deut­schen Opern­him­mel ka­ta­pul­tier­te und Richard Strauss bei den Auf­füh­rungs­zah­len über­run­de­te, zum Leuch­ten. Er treibt die Emo­tio­na­li­tät von Schrekers psy­cho­lo­gi­sie­ren­der Mu­sik hoch, oh­ne die Klang­wo­gen über­schwap­pen zu las­sen, straft mit fein ab­ge­stuf­ter Dy­na­mik und ho­her Trans­pa­renz die The­se Lü­gen, die­se iri­sie­ren­de Par­ti­tur sei über­in­stru­men­tiert. Kaf­t­an ent­fal­tet die nar­ko­ti­sie­ren­de Klang­sinn­lich­keit die- ser Mu­sik, in der sich die Be­wusstseins­pro­zes­se der Prot­ago­nis­ten wi­der­spie­geln, lässt sie aber nicht zer­flie­ßen, weil er bei sei­ner Aus­leuch­tung der Par­ti­tur auch de­ren Strän­ge auf­zeigt. Fa­cet­ten- und kon­trast­reich spannt er ei­nen wei­ten Bo­gen zwi­schen weich schwe­ben­der Schwü­le und der Här­te der ab­schlie­ßen­den esMoll-Ak­kor­de.

In die­ser ver­häng­nis­vol­len Ton­art steht auch die sym­bol­träch­ti­ge Bal­la­de von der glü­hen­den Kro­ne, die Mar­kus But­ter mit düs­te­rem Ba­ri­ton ein­dring­lich vor­trägt. Mit wei­chem, ge­schmei­di­gem Te­nor singt Da­ni­el Kirch den Fritz, dem er nur das Fie­ber­haf­te ein we­nig schul­dig bleibt. Jo­han­ni van Oo­strum ver­wan­delt sich mit ih­rem mo­du­la­ti­ons­fä­hi­gen So­pran als Gre­te glaub­wür­dig vom nai­ven Mäd­chen zur Edel­kur­ti­sa­ne. Ds­ha­mil­ja Kai­ser, Tay­lan Rein­hard, Ma­nu­el von Sen­den, Ivan Oresˇcˇa­nin, Da­vid McSha­ne und Wil­fried Ze­lin­ka ga­ran­tie­ren in klei­ne­ren Rol­len ho­he En­sem­ble­qua­li­tät. 21 Uhr, Ö 1: Tex Ru­bi­no­witz, Ge­win­ner des Bach­mann-Wett­be­werbs 2014, ist nicht nur Schrift­stel­ler, son­dern auch Car­too­nist, Mu­si­ker und La­bel­be­trei­ber. Ein Por­trät von Ni­ko­laus Scholz.

h“Bn­rai­gcit­t­he­zFauss­rbe­a­nenn­de­ern, e.

ema­li­ge In­ten­dan­tin des Ti­ro­ler Lan­des­thea­ters

Aus­gangs- und End­punkt ei­ner un­er­füll­ten Lie­be un­ter ei­ner Pla­ne: Jo­han­ni van Oo­strum als Gre­te und Da­ni­el Kirch als Fritz in Franz Schrekers „Fer­nem Klang“

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