Ope­ra­ti­on am Her­zen der Ret­tung

Mehr Geld, aber auch Auf­la­gen und Li­mits: Das Land plant, die Ret­tungs­diens­te in der Stei­er­mark ab 2016 zen­tral zu steu­ern.

Kleine Zeitung Steiermark - - | STEIERMARK- THEMA - THO­MAS ROSSACHER

Schnell, aber kost­spie­lig und breit ver­äs­telt. So lau­tet ei­ne Schnell­dia­gno­se des stei­ri­schen Ret­tungs­we­sens. Nun wird es um­fas­send ope­riert, teils un­ter Schmer­zen (sie­he Re­ak­tio­nen). Das Ziel lau­tet je­den­falls, schnel­ler, ef­fi­zi­en­ter und ma­nö­vrier­fä­hig zu wer­den. Die De­tails: Hö­he­rer Ret­tungs­eu­ro. Ge­mein­den lie­fern bis­her sie­ben Eu­ro je Ein­woh­ner im Jahr ab, der Bei­trag soll 2016 auf neun Eu­ro er­höht wer­den. Je nach Näch­ti­gun­gen fal­len noch Zu­schlä­ge für Tou­ris­mus­or­te an. Un­term Strich sol­len 11,2 Mil­lio­nen flie­ßen, um 2,7 Mil­lio­nen Eu­ro mehr als zu­letzt. Auch das Land passt sei­ne För­de­rung ent­spre­chend an. In 15 Mi­nu­ten zur Stel­le. Den Ret­tern wer­den zeit­li­che Li­mits ge­setzt: Bei 95 Pro­zent der kri­ti­schen Ein­sät­ze ist die „Hilfs­frist“ein­zu­hal­ten: 15 Mi­nu­ten, so de­fi­niert die Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­ti­on die Zeit zwi­schen der Mel­dung und dem Ein­tref­fen am Un­fall­ort an ei­ner be­fahr­ba­ren Stra­ße. Bei Sa­ni­täts­ein­sät­zen gilt ei­ne War­te­zeit von ma­xi­mal drei St­un­den. Ver­netzt. Die Or­ga­ni­sa­tio­nen müs­sen mit der Spi­tals­zen­tra­le ver­netzt sein, da­mit sie am Schirm ha­ben, wo Ka­pa­zi­tä­ten frei sind. Trenn­strich. Fahr­ten wie et­wa zu ei­ner Kon­trol­le in der Am­bu­lanz etc. sind von der No­vel­le nicht be­trof­fen. Ja, die­se Leis­tun­gen – dar­un­ter auch Trans­por­te von Pro­ben – sind aus­drück­lich aus dem Ge­setz ge­stri­chen. Te­nor: Die Ret­tungs­diens­te sol­len nicht (mehr) zum Nach­teil der Ge­wer­be­trei­ben­den agie­ren – Stich­wort Ta­xi­un­ter­neh­mer. Land schafft an. An­stel­le von Ein­zel­ver­trä­gen auf Ge­mein­de­ebe­ne wird das Land zen­tra­ler Ver­trags­part­ner des all­ge­mei­nen Ret­tungs­diens­tes. Da die Or­ga­ni­sa­tio­nen vor­ab ih­re Bud­gets be­kannt ge­ben müs­sen und die­se kon­trol­liert wer­den, er­hofft man sich im Land, Eng­päs­se recht­zei­tig zu er­ken­nen. Auf­la­gen. Die Ret­tungs­diens­te be­nö­ti­gen für ei­ne An­er­ken­nung ein um­fas­sen­des Kon­zept und müs­sen nach­wei­sen, dass sie min­des­tens ei­nen Be­zirk al­lei­ne be­treu­en könn­ten. Und: Ge­ne­rell soll­ten die Ret­tungs­fahr­zeu­ge ein­heit­lich aus­ge­stat­tet sein, das Per­so­nal ge­schult und aus­ge­bil­det sein; Pflicht sind auch re­gel­mä­ßi­ge Übun­gen. Oben­drein: In der Ret­tung sol­len über­wie­gend Frei­wil­li­ge tä­tig sein. Ge­schütz­te Be­grif­fe. Um Wild­wuchs zu ver­hin­dern, dür­fen nur mehr an­er­kann­te Ret­tungs­or­ga­ni­sa­tio­nen ei­nen „No­t­ruf“füh­ren und Ti­tel wie „Be­zirks­ret­tungs­kom­man­dant“etc. ver­wen­den.

Ka­ta­stro­phen­schutz­lei­ter Harald Eit­ner steht hin­ter die­ser Sys­tem­um­stel­lung. Nicht zu­letzt, weil Ge­mein­den in der Pe­ri­phe­rie den Ret­tungs­dienst kaum mehr fi­nan­zie­ren kön­nen. Da­zu kommt der Per­so­nal­be­darf: Laut Spi­tals­ge­sell­schaft Ka­ges konn­te man heu­er 70 Pos­ten nach­be­set­zen, für 100 wei­te­re wer­den aber noch Be­wer­ber ge­sucht.

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