Was Chris­ti­an Kerns Plan A brin­gen soll

SPÖ-CHEF Chris­ti­an Kern leg­te auch ein 150 Sei­ten star­kes Ar­beits­pro­gramm vor, das Ta­bu­brü­che be­inhal­tet.

Kleine Zeitung Steiermark - - 6 THEMA DES TAGES -

WELS

Plan A“, so nennt Bun­des­kanz­ler Chris­ti­an Kern das Pa­pier, das er par­al­lel zu sei­ner Grund­satz­re­de vor­leg­te. Über die Lan­des­gren­zen hin­weg wohl das meis­te Auf­se­hen er­re­gen wird, dass der Kanz­ler den Zu­gang zum ös­ter­rei­chi­schen Ar­beits­markt für Bür­ger är­me­rer Eu-staa­ten ein­schrän­ken will. Durch ei­ne „Ar­beits­markt­prü­fung“er­hal­ten die­se nur dann Zu­gang, wenn sich kei­ne ös­ter­rei­chi­sche Ar­beits­kraft für den Job fin­det.

Auch den Eu-sta­bi­li­täts­pakt stellt Kern zur De­bat­te. Öf­fent­li­che In­ves­ti­tio­nen sol­len wie bei Un­ter­neh­men über län­ge­re Zeit ab­ge­schrie­ben wer­den kön­nen, was die Ein­hal­tung der Maas­tricht-kri­te­ri­en er­leich­tern wür­de. Der ÖVP kommt Kern ent­ge­gen, was die Ar­beits­zeit­fle­xi­bi­li­sie­rung an­geht. Die­se soll bei Gleit­zeit bis zu zwölf St­un­den mög­lich sein, wenn im Ge­gen­zug län­ge­re zu­sam­men­hän­gen­de Frei­zeit­blö­cke er­mög­licht wer­den. Au­ßer­dem will Kern ei­nen Min­dest­lohn von 1500 Eu­ro. Für Auf­sichts­rä­te in der Pri­vat­wirt­schaft wünscht sich Kern ei­ne 40Pro­zent-quo­te für Frau­en und Quo­ten in Lei­tungs­funk­tio­nen.

Ein­füh­ren will Kern ei­ne Erb­schafts- und Schen­kungs­steu­er ab ei­nem Frei­be­trag von ei­ner Mil­li­on, wo­durch 97 bis 98 Pro­zent der Fäl­le nicht um­fasst wä­ren. Auch die Wert­schöp­fungs­ab­ga­be er­wähnt das Pa­pier. An­ge­regt wird ei­ne Ver­brei­te­rung der Be­mes­sungs­grund­la­ge zum Bei­spiel „auf fos­si­le Ener­gie­trä­ger oder an­de­re Wert­schöp­fungs­kom­po­nen­ten, nicht je­doch auf Ab­schrei­bun­gen und In­ves­ti­tio­nen“. Zur Stär­kung der hei­mi­schen In­dus­trie will der Re­gie­rungs­chef über ei­ne ver­stärk­te Ein­füh­rung von Schutz­zöl­len dis­ku­tie­ren. Der Wirtschaft ent­ge­gen­kom­men möch­te Kern über ei­ne wei­te­re Sen­kung der Lohn­ne­ben­kos­ten. Kon­kret soll der Bei­trag zum Fa­mi­li­en­las­ten­aus­gleichs­fonds auf die Hälf­te ge­senkt wer­den. Zu­dem plä­diert der SPÖ-CHEF da­für, al­le Ge­set­ze zu be­fris­ten.

Im Wahl­recht will Kern, dass die stim­men­stärks­te Par­tei au­to­ma­tisch den Re­gie­rungs­auf­trag er­hält und der stim­men­stärks­te Spit­zen­kan­di­dat auch gleich Bun­des­kanz­ler wird. Ein Bo­nus für die Re­gie­ren­den soll die Mehr­heits­be­schaf­fung er­leich­tern. Ei­nen in­ner­par­tei­li­chen Ta­bu­bruch un­ter­nimmt Kern, was die Uni-po­li­tik an­geht. Der Kanz­ler setzt auf ei­ne Stu­di­en­platz­fi­nan­zie­rung, was in letz­ter Kon­se­quenz ei­ne Aus­wei­tung der Zu­gangs­be­schrän­kun­gen be­deu­tet. Ei­nen Rechts­an­spruch auf ei­nen Kin­der­be­treu­ungs­platz soll es be­reits ab dem ers­ten Lebens­jahr ge­ben. In ei­nem ers­ten Aus­bau­schritt emp­fiehlt Kern ein zwei­tes Gra­tis­kin­der­gar­ten­jahr. Was die Flücht­lings­po­li­tik an­geht, be­wirbt der SPÖ-CHEF das schon seit Län­ge­rem von sei­ner Par­tei vor­ge­schla­ge­ne In­te­gra­ti­ons­jahr. Ein­deu­tig tritt er für ein Ver­bot sala­fis­ti­scher (Koran-)ver­tei­l­ak­tio­nen ein.

Das Pa­pier sieht Aus­ga­ben im Be­reich von 8,5 Mil­li­ar­den Eu­ro vor. Über Ein­spa­run­gen, „ge­rech­te Steu­ern“und Kon­junk­tur­ef­fek­te soll aber mit 8,7 Mil­li­ar­den so­gar ein Über­schuss er­zielt wer­den.

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