Schu­len: Das Ver­trau­en fehlt!

Kleine Zeitung Steiermark - - TRIBÜNE -

MWit der Ver­öf­fent­li­chung der letz­ten Pi­sa-er­geb­nis­se ist un­ser Schul­sys­tem wie­der in die Schlag­zei­len ge­ra­ten. Die Schul­re­form(be­mü­hun­gen) der ver­gan­ge­nen Jah­re ha­ben die Er­geb­nis­se bei in­ter­na­tio­na­len Te­s­tun­gen nicht ver­bes­sert. Eher das Ge­gen­teil ist der Fall. Die Re­sul­ta­te bie­ten Zünd­stoff für Mei­nungs­äu­ße­run­gen je­der Art. Ein Er­geb­nis soll­te je­doch Be­ach­tung fin­den – der Un­ter­schied zwi­schen den Er­geb­nis­sen von Bur­schen und Mäd­chen im ma­the­ma­ti­schen Be­reich, der nir­gends so groß ist wie bei uns. Auch in der Le­se­kom­pe­tenz zeigt sich si­gni­fi­kan­tes Aus­ein­an­der­klaf­fen der ge­schlech­ter­be­zo­ge­nen Er­geb­nis­se, al­ler­dings in die an­de­re Rich­tung. In­ter­es­se und Er­fol­ge im na­tur­wis­sen­schaft­li­chen Be­reich wei­sen auf die Be­deu­tung gu­ten Un­ter­richts und vor al­lem auch ei­nes in­ter­es­sier­ten, ei­nes för­dern­den fa­mi­liä­ren Um­felds hin. Es wirft auch die Fra­ge nach der Um­set­zung ei­nes ge­schlech­ter­ge­rech­ten Un­ter­richts auf. Wenn schon zen­tra­le, in­ter­na­tio­na­le Te­s­tun­gen, dann bit­te die Er­geb­nis­se und wis­sen­schaft­li­chen Emp­feh­lun­gen ge­nau le­sen, na­tio­nal in­ter­pre­tie­ren und vor al­lem lang­fris­tig Kon­zep­te über­le­gen und nicht über­stürz­te Maß­nah­men set­zen. ir müs­sen fra­gen: Was brau­chen Kin­der wirk­lich, um das Le­ben in un­se­rer Ge­sell­schaft er­folg­reich selbst zu ge­stal­ten? Es braucht ein Schul­sys­tem, das auf Vi­sio­nen und nicht auf Bud­get­zah­len auf­ge­baut ist. Es braucht weib­li­che UND männ­li­che Leh­rer, die ih­ren Be­ruf voll Mo­ti­va­ti­on er­grif­fen ha­ben und ihn mit Freu­de aus­fül­len kön­nen und dür­fen, oh­ne in der Öf­fent­lich­keit per­ma­nent in ih­rer Pro­fes­sio­na­li­tät in­fra­ge ge­stellt zu wer­den. Es braucht vor al­lem El­tern, die Zeit für ih­re Kin­der ha­ben dür­fen, de­nen die Ge­sell­schaft zu­traut und ver­traut, dass sie ih­re Kin­der er­zie­hen kön­nen. Aber auch El­tern, die ih­re Kin­der mit ru­hi­gem Ge­wis­sen in Bil­dungs­und Be­treu­ungs­ein­rich­tun­gen be­glei­ten und dar­in nicht vor­wie­gend Ge­fah­ren se­hen. „Ver­trau­en“und „Zu­trau­en“schei­nen ge­ne­rell heu­te im­mer mehr aus der staat­li­chen Ge­dan­ken­welt zu ver­schwin­den. Lei­der an­schei­nend im­mer öf­ter auch aus der per­sön­li­chen. As­trid Eben­ber­ger ist Vi­ze­prä­si­den­tin des Ka­tho­li­schen Fa­mi­li­en­ver­ban­des Ös­ter­reich

„Die Pi­sa­er­geb­nis­se wer­fen die Fra­ge nach der Um­set­zung ei­nes ge­schlech­ter­ge­rech­ten Un­ter­richts auf.“

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