Bach­manns ewi­ges Er­be

„Der gu­te Gott“, ver­mengt mit Bach­mann und Ce­lan.

Kleine Zeitung Steiermark - - KULTUR -

SCHAU­SPIEL­HAUS GRAZ

„Ich ver­bren­ne die Zeit zur Lie­be“, heißt es in In­ge­borg Bach­manns Hör­spiel „Der gu­te Gott von Man­hat­tan“, das am Sams­tag in Haus Zwei des Gra­zer Schau­spiel­hau­ses Pre­mie­re fei­ert. Die­se tra­gi­sche, mit Ver­wei­sen ge­spick­te Lie­bes­ge­schich­te ist auch ex­akt sech­zig Jah­re nach ih­rer Ent­ste­hung noch von zwi­schen­mensch­li­cher, po­li­ti­scher und je­den­falls poe­ti­scher Re­le­vanz.

„Der spon­ta­ne Mo­ment des Wahn­sinns im Kon­trast zur Dis­tanz des jah­re­lan­gen Brief­wech­sels ist ei­ne span­nen­de Po­la­ri­sie­rung“, ver­weist Re­gis­seu­rin Clau­dia Bos­sard auf die kla­ren Par­al­le­len zur (Brief-)be­zie­hung Bach­manns mit dem Dich­ter Paul Ce­lan. Die­ser im Buch „Herz­zeit“fest­ge­hal­te­ne und zu­letzt in „Die Ge­träum­ten“preis­ge­krönt ver­film­te Brief­wech­sel wird in die Ins­ze­nie­rung ein­ge­ar­bei­tet, das Fik­ti­ve mit dem Bio­gra­fi­schen ver­mengt. Aber Bos­sard schränkt zu­gleich ein: Man wer­de nicht „In­ge­borg und Paul“auf die Büh­ne brin­gen – bloß als Kunst­fi­gu­ren. DH Der gu­te Gott von Man­hat­tan. 14., 19. und 25. Jän­ner (20 Uhr). Schau­spiel­haus Graz, Haus Zwei. Kar­ten: Tel. (0 31 6) 8000. schau­spiel­haus-graz.com

In­ge­borg Bach­mann († 1973) APA

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