Spä­tes Bas­teln an der neu­en Ge­wer­be­ord­nung

Die im Herbst aus­ver­han­del­te Re­form der Ge­wer­be­ord­nung soll auf Wunsch der Kam­mer noch schnell nach­ge­bes­sert wer­den.

Kleine Zeitung Steiermark - - WIRTSCHAFT - Von Clau­dia Haa­se und Man­fred Neu­per Von der

Ein Flie­sen­le­ger, der auch den neu­en Was­ser­hahn mon­tiert, oder ein Speng­ler, der nicht nur die neu­en Bal­kon­ble­che lö­tet, son­dern auch ei­ne Klei­nig­keit am Ge­län­der schweißt – was ba­nal klingt, sind in Wahr­heit oft heh­re Wün­sche. Oft lau­tet die Ant­wort: „Nein, das darf ich nicht. Das ist ein an­de­res Ge­wer­be, darf ich Ih­nen die Han­dy­num­mer ei­nes net­ten Kol­le­gen ge­ben?“

Wel­cher Hand­wer­ker was darf, ist in Ös­ter­reich streng ge­re­gelt. Die ge­plan­te Re­form der Ge­wer­be­ord­nung – die von ei­ni­gen Öko­no­men eher als zu klein als zu groß ge­ra­ten kri­ti­siert wird – soll ge­wis­se Lo­cke­run­gen zu­las­sen. Dann könn­te ein Flie­sen­le­ger noch die Wand über KOM­PAKT Flie­sen­spie­gel und den Pla­fond strei­chen dür­fen. Kurz be­vor die Ge­wer­be­ord­nung neu En­de Jän­ner in den Mi­nis­ter­rat kom­men soll, wol­len die Stan­des­ver­tre­ter von Ge­wer­be und Hand­werk in ei­nem wich­ti­gen Punkt nun noch schnell die Not­brem­se zie­hen. So soll­ten Hand­wer­ker zwar mehr sol­cher „Ne­ben­rech­te“be­kom­men, man stößt sich aber dar­an, auf wel­cher Ba­sis die­ses „Mehr“denn ge­mes­sen wird. Den Plan, künf­tig bei frei­en Ge­wer­ben bis zu 30 Pro­zent und bei re­gle­men­tier­ten bis zu 15 Pro­zent des Jah­res­um­sat­zes durch Ne­ben­ar­bei­ten zu­zu­las­sen, will man je­den­falls um­wer­fen. Zu sehr öff­ne ei­ne sol­che Re­ge­lung Tür und Tor für Miss­brauch, be­grün­det die Ge­wer­be- und Hand­werks­ob­frau Re­na­te Schei­chel­bau­erschus­ter den Vor­stoß. „Wir le- uns sonst ei­ne Au­to­bahn her, wo wir doch gera­de ver­su­chen, an­de­re We­ge zu schlie­ßen,“spielt Schei­chel­bau­erschus­ter auf das Pro­blem „Ar­beits­tou­ris­mus“an. „Die Wett­be­wer­ber sind so un­ter­wegs, dass sie das Sys­tem so weit aus­rei­zen, wie es geht.“

leich­ten Lo­cke­rung der Ge­wer­be­ord­nung sieht sich vor al­lem der Bau be­trof­fen. Bun­des­in­nungs­meis­ter Hans-wer­ner Fröm­mel for­dert des­halb im Rah­men der No­vel­le auch die bin­den­de Über­prü­fung bei öf­dem fent­li­chen Auf­trags­ver­ga­ben, ob ein Un­ter­neh­mer über­haupt be­fugt ist, be­stimm­te Leis­tun­gen an­zu­bie­ten. Der neue Vor­schlag der Kam­mer will nicht an den 15 be­zie­hungs­wei­se 30 Pro­zent rüt­teln, ori­en­tiert sich aber an der bis­he­ri­gen Pra­xis: näm­lich die Pro­zent­sät­ze auf die kon­kre­te Auf­trags­sum­me an­zu­wen­den. So funk­tio­niert es bis­her, gilt aber nur für sie­ben be­zie­hungs­wei­se zehn Pro­zent der Auf­trags­sum­me.

Das ist auch die kla­re For­de­rung des stei­ri­schen Spar­ten­ob­manns Her­mann Ta­low­ski. Kon­gen

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