Über Kre­dit­auf­nah­me be­stimmt die Mehr­heit

Si­grid Räth von der Ge­mein­schaft der Woh­nungs­ei­gen­tü­mer er­klärt die Rechts­la­ge bei ei­nem Fens­ter­tausch.

Kleine Zeitung Steiermark - - WOHNEN 65 -

FRA­GE: Vor drei Jah­ren wur­den die Fens­ter un­se­res Hau­ses mit Ei­gen­tums­woh­nun­gen von ei­ner Fach­fir­ma „ge­war­tet“und groß­teils für gut be­fun­den. Jetzt wol­len acht Ei­gen­tü­mer die Fens­ter „bei Be­darf “aus­tau­schen und die Kos­ten aus der In­stand­hal­tung be­zah­len. Ist das okay?

ANT­WORT: Die Re­pa­ra­tur oder der Aus­tausch von Fens­tern stellt ei­ne An­ge­le­gen­heit der or­dent­li­chen Ver­wal­tung dar. Da­bei wird mit Mehr­heits­be­schluss be­stimmt, wel­che Ar­bei­ten durch­ge­führt wer­den. Ist ei­ne Maß­nah­me au­ßer­or­dent­lich un­wirt­schaft­lich, kann das da­zu füh­ren, dass sie als An­ge­le­gen­heit der au­ßer­or­dent­li­chen Ver­wal­tung qua­li­fi­ziert wird. Der Un­ter­schied liegt in den An­fech­tungs­mög­lich­kei­ten des Mehr­heits­be­schlus­ses. In bei­den Fäl­len ist aber ein Mehr­heits­be­schluss aus­rei­chend. Die Ver­wal­tung ist ver­pflich­tet, bis 31. 12. je­des Jah­res ei­ne Vor­aus­schau für die nächs­ten Jah­re zu le­gen. In die­se müss­ten auch die aus­zu­tau­schen­den Fens­ter und die vor­aus­sicht­li­chen Kos­ten auf­ge­nom­men wer­den. Die Ver­wal­tung muss ei­nen Vor­schlag ma­chen, wie die­se Kos­ten ab­ge­deckt wer­den. Da­bei kommt ei­ne Ein­mal­zah­lung eben­so in­fra­ge wie ei­ne Kre­dit­auf­nah­me. Auch ein Kre­dit ist ei­ne An­ge­le­gen­heit der or­dent­li­chen Ver­wal­tung und kann mit Mehr­heits­be­schluss er­fol­gen. Wenn Kre­dit­auf­nah­me be­schlos­sen wird, kann sich kein Mit­ei­gen­tü­mer durch Ein­mal­zah­lung da­von be­frei­en. Dann wird ein Kre­dit für die Ei­gen­tü­mer­ge­mein­schaft auf­ge­nom­men und üb­li­cher­wei­se auch über die Rück­la­ge zu­rück­ge­zahlt.

Müs­sen beim Fens­ter­tausch al­le mit­zah­len? SINISA PISMESTROVIC

Newspapers in German

Newspapers from Austria

© PressReader. All rights reserved.