OF­FEN GE­SAGT Ein­übung in den Drei­kampf

Heinz-chris­ti­an Stra­che schoss sich beim frei­heit­li­chen Neu­jahrs­tref­fen in Salz­burg auf den Kanz­ler und den Au­ßen­mi­nis­ter ein. Ein Vor­ge­schmack auf Kom­men­des.

Kleine Zeitung Steiermark - - MEINUNGEN 11 -

Es war kein Zu­fall, dass FPÖ-CHEF Heinz-chris­ti­an Stra­che beim Neu­jahrs­tref­fen sei­nen Vor­rat an Spott für zwei Kon­tra­hen­ten auf­brauch­te, Chris­ti­an Kern und Se­bas­ti­an Kurz. Sie sei­en „schön ge­klei­de­te hei­ße Luft“und ver­stün­den sich nur auf Selbst­be­spie­ge­lung und Mar­ke­ting. Mit sol­chen über­mü­ti­gen Sprach­bil­dern aus dem Kick­late­lier ar­bei­te­te sich der Fpöob­mann am Kanz­ler und Au­ßen­mi­nis­ter be­flis­sen ab. Bei­de dürf­ten ihm bei der nächs­ten Na­tio­nal­rats­wahl die Rol­le als „Ös­ter­reichs stärks­te Kraft“(Leit­mot­to der Klau­sur) strei­tig ma­chen. Den ei­nen wie den an­de­ren muss Stra­che fürch­ten, weil sie mit dem Ty­pus, den sie ver­kör­pern, die Aus­gangs­la­ge für ihn un­güns­tig ver­än­dern.

So jung und un­ver­braucht wirkt ein Stra­che nach zwölf­jäh­ri­ger Ob­mann­schaft im Ver­gleich mit dem smar­ten Quer­ein­stei­ger aus der Vor­stands­eta­ge und dem ju­gend­li­chen Bam­bi-preis­trä­ger aus der schwar­zen Hoff­nungs­ab­tei­lung nicht mehr. Die bei­den er­schei­nen nicht wie er­schöpf­te Alt­po­li­ti­ker, aus­ge­laugt vom Ge­zänk und öf­fent­lich dar­ge­bo­te­nem Un­glück. Kurz hält sich da­von lis­tig fern, und Kern ist für das Un­glück­lich­sein noch um ei­nen Hauch zu kurz im Amt.

Zu­dem ha­ben bei­de die Räu­me für die FPÖ ideo­lo­gisch eng ge­macht. Der Au­ßen­mi­nis­ter po­si­tio­niert sich in der Asyl­fra­ge seit je­her wie ein Blau­er mit wei­chem Ant­litz. Auch der Kanz­ler hat mit sei­ner Wel­ser Re­de die Hal­tung der SPÖ nach­ge­schärft. Die Neu­ver­mes­sung setzt auf ei­nem nüch­ter­nen Prag­ma­tis­mus auf. Kern be­kennt sich zur Not­wen­dig­keit der Be­gren­zung und rückt beim Ar­beits­markt nah an frei­heit­li­che Denk­wei­sen her­an. Die ge­for­der­te Be­schrän­kung des Zu­zugs aus ost­eu­ro­päi­schen Län­dern ist ident mit Pa­ro­len der FPÖ: „Ös­ter­reich zu­erst“.

Die­se Mar­kie­run­gen der mut­maß­li­chen Her­aus­for­de­rer Stra­ches nö­ti­gen die­sen, die Do­sis zu er­hö­hen und noch ra­di­ka­ler zu­zu­spit­zen. Das fällt

Dder FPÖ, wie man ges­tern ver­neh­men konn­te, nicht all­zu schwer, birgt aber die Ge­fahr, das stra­te­gi­sche Ziel bür­ger­li­cher Brei­te zu kon­ter­ka­rie­ren.

Stra­che war hier sicht­lich dar­um be­müht, Zei­chen zu set­zen. Ei­nes be­traf die brü­chi­ge Wirt­schafts­kom­pe­tenz der Par­tei. Der Fp-chef wid­me­te sich dem Hohl­raum. Die an­de­re Selbst­kor­rek­tur galt der Eu­ro­pa-fra­ge. Das Land ist ten­den­zi­ell Eu­gran­tig, aber es will de­fi­ni­tiv ein­ge­bet­tet blei­ben. Das hat die FPÖ im Wahl­kampf beim Han­tie­ren mit dem Feu­er au­ßer Acht ge­las­sen. Stra­che stell­te ges­tern die Mit­glied­schaft au­ßer Streit. Die Fes­tig­keit des Ge­löb­nis­ses wird man da­ran mes­sen, wie nah die Par­tei den ra­bia­ten Kern der Eu-feind­li­chen Na­tio­na­lis­ten in Eu­ro­pa an sich her­an­lässt. Im Herbst ließ die Nä­he Hand­küs­se zu. ie Par­tei ver­schreckt noch im­mer vie­le Bür­ger­li­che. Vie­le Städ­ter und Frau­en be­geg­nen ihr mit Arg­wohn. Man wählt die Par­tei, um zu stra­fen. Man wählt sie nicht hin­rei­chend um ih­rer selbst wil­len. Das trennt die sehr er­folg­rei­che FPÖ vom Glück und von der Macht.

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