Auf­klä­ren al­lein reicht nicht aus!

Wenn ein Ver­bot zu ei­ner ge­sün­de­ren Ge­sell­schaft führt, ist ei­ne Ein­schrän­kung der Frei­heit ak­zep­ta­bel, mei­nen Le­ser.

Kleine Zeitung Steiermark - - LESERFORUM -

IAu­ßen­sicht: „Das Mär­chen von den un­wirk­sa­men Ver­bo­ten“, 10. 1. ch per­sön­lich bin dank­bar für ei­ne ein­ge­schränk­te Frei­heit, wenn die­se Ein­schrän­kung ei­ne ge­sün­de­re Ge­sell­schaft mit sich bringt. Mitt­ler­wei­le kom­me ich mir als jun­ge Er­wach­se­ne zwar um ei­ni­ges spie­ßi­ger vor als bei­spiels­wei­se mei­ne El­tern, aber Fakt ist, dass man in den 80ern zwar gut fei­ern ge­hen konn­te, da­für der Spaß ein kurz­le­bi­ger war, wenn man un­an­ge­gur­tet und be­schwipst mit dem Au­to nach Hau­se fuhr.

Falls man das mit et­was Glück noch über­leb­te, lebt man heu­te im mitt­le­ren Al­ter da­für mit Rau­cher­lun­ge. Vi­el­leicht et­was dras­tisch dar­ge­stellt, aber: Ver­nünf­ti­gen Ge­bo­ten à la „Er­näh­re dich ge­sund“und „Sei ak­tiv“darf ru­hig hin und wie­der ein Ver­bot wie „Rauch und trink nicht zu viel und wenn, nur als frei den­ken­de/r Er­wach­se­ne/r“ent­ge­gen­ge­setzt wer­den!

An­to­nia Pock, Graz

Un­cool

SO DEN­KEN SIE DAR­ÜBER Wäh­rend mei­ner ärzt­li­chen Be­rufs­tä­tig­keit als In­ter­nist wur­de mir klar, dass auf­klä­re­ri­sches Wer­ben um Ge­sund­heits­er­halt zwar sinn­voll ist, aber al­lein nicht aus­reicht. Den Ju­gend­li­chen geht es um Zu­ge­hö­rig­keit zu Peer­groups und um ihr Image.

Wenn es al­so ge­län­ge, Ta­bak­kon­sum (und Al­ko­ho­la­busus) mit­tels Ge­gen­wer­bung als „un­cool“zu ent­lar­ven, wä­re schon mehr ge­won­nen. Ich fürch­te aber, dass durch die­se Si­sy­phus­ar­beit zu viel kost­ba­re (Le­bens-)zeit ver­streicht, und dar­um bin ich für ein Rauch­ver­bot für Ju­gend­li­che bis 18 Jah­re. Das ist qua­si ein Sa­mo­nigg’scher Si­cher­heits­gurt für die über­schäu­men­de Le­bens­lust der Jun­gen.

Das Weh­kla­gen Herrn Ai­ned­ters über ei­ne „Ver­bots­ge­sell­schaft“und ei­ne „all­ge­mei­ne Rau­cher­hatz“hal­te ich für pseu­do­li­be­ral. Denn Sucht macht meist le­bens­lang un­frei, viel län­ger als ei­ne tem­po­rä­re ge­setz­li­che Ein­schrän­kung.

Dr. Ge­rald Fug­ger, Graz

Ab­wim­mel­re­flex

Ni­ko­tin ist ein Ner­ven­gift, das be­son­ders im Te­enageral­ter Tei­le des Ge­hirns dau­er­haft um­struk­tu­riert.

Der der­zeit be­lieb­te Ver­gleich mit Wah­len oder dem Au­to­fah­ren ist ein ty­pi­scher Ab­wim­mel­re­flex. Denn ob­wohl Wah­len mit­un­ter Ner­ven kos­ten und in ih­rem Um­feld Gift und Gal­le pro­du­ziert wird und das Len­ken von Au­tos auch ge­fähr­lich sein kann, über­wiegt in bei­den Fäl­len doch der Nut­zen, wenn die­se Tä­tig­keit mit Um­sicht aus­ge­übt wird. Ein Nut­zen von Ni­ko­tin au­ßer als (mitt­ler­wei­le ver­bo­te­nes) In­sek­ti­zid exis­tiert hin­ge­gen nicht.

Es soll­te ein Ziel sein, Ju­gend­li­che zum Wäh­len und zum si­che­ren Au­to­fah­ren zu brin­gen, aber nicht, ih­nen Tür und Tor zu kör­per­li­chen Süch­ten zu öff­nen, in­dem wir ih­nen Zi­ga­ret­ten ver­kau­fen.

DI Paul Ran­dig, St. Jo­sef

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