Zwi­schen Tri­schacken und Va­lat

Kleine Zeitung Steiermark - - 48 MEIN TAG -

Mein Att­nan­ger Groß­va­ter hat so lei­den­schaft­lich ta­ro­ckiert, dass er ein­mal so­gar sei­nen ge­sam­ten Mo­nats­lohn ver­spielt hat. Und mein Va­ter schlich sich in sei­ner Ju­gend heim­lich (und ver­bo­te­ner­wei- se) ins Wirts­haus, um zu ta­ro­ckie­ren. In Er­man­ge­lung bes­se­rer Spiel­part­ner ver­such­te mein Va­ter spä­ter sei­ne Frau und sei­ne bei­den Töch­ter fürs Ta­ro­ckie­ren zu be­geis­tern. Of­fen­sicht­lich ha­be ich das Ta­rock-gen ge­erbt und ha­be seit über zwei Jah­ren auch ei­ne fi­xe Kar­ten­run­de. Das Spie­len ver­setzt mich in ei­nen wohl­tu­end kind­li­chen Ent­span­nungs­zu­stand (wis­sen­schaft­lich auch Flow ge­nannt). Denn aufs Spiel kon­zen­triert, bleibt kein Platz für Sor­gen und Gr­ü­be­lei­en. Und Groß­va­ter und Va­ter sind mit Sprü­chen wie „Wer fünf lässt lie­gen, kann das Spiel nie krie­gen“oder „Beim So­lo spielt man Kö­ni­ge und hat man auch nur we­ni­ge“all­ge­gen­wär­tig.

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