Die spek­ta­ku­lä­re Elb­phil­har­mo­nie in Ham­burg muss sich nach ih­rer Er­öff­nung erst be­wei­sen. Ge­nau­so wie ih­re Um­ge­bung.

Kleine Zeitung Steiermark - - KULTUR - Von Micha­el Tschi­da

End­lich Nach­barn, die gu­te Mu­sik hö­ren!“Das Ver­lags­haus Gru­ner+jahr be­grüßt mit ei­nem Pla­kat auf sei­ner zur Nor­de­r­el­be wei­sen­den Front au­gen­zwin­kernd den 110 Me­ter ho­hen Rie­sen. Ja, drü­ben SPEK­TA­KU­LÄ­RE MUSIKBAUTEN an der Spit­ze der Elb­in­sel Gras­brook spielt jetzt die Mu­sik in Ham­burg. Der ge­zack­te Aqua­ma­rin in zie­gel­ro­ter Fas­sung ist das neue Ju­wel der Han­se­stadt.

Am Mitt­woch wur­de die Elb­phil­har­mo­nie er­öff­net (wir be­rich­te­ten). Da­mit kam ein Pla­nungs­und Fi­nanz­de­sas­ter mit zehn Jah­ren Bau­ver­zö­ge­run­gen und ei­ner Kos­ten­ex­plo­si­on von völ­lig un­rea­lis­tisch kal­ku­lier­ten 77 auf 865 Mil­lio­nen Eu­ro doch noch zu ei­nem glück­li­chen Ab­schluss. Aber die­ses En­de ist erst der An­fang. Für den Bau wie für sei­ne Um­ge­bung.

„Ei­gent­lich woll­te ich Sie ja für Ih­re Sor­gen­kin­der HSV und St. Pau­li be­dau­ern“, scherz­te Bun­des­prä­si­dent Joa­chim Gauck bei der Er­öff­nungs­ga­la über die sich der­zeit im Halb­schlaf be­find­li­chen Fuß­ball­ver­ei­ne Ham­burgs, „aber nun ist ja El­phi auf­ge­wacht“.

Die Er­we­ckung er­folg­te schon, als die Ba­se­ler Star­ar­chi­tek­ten Jac­ques Her­zog & Pier­re de Meu­ron 2003 ei­ne flüch­ti­ge Skiz­ze auf die Rück­sei­te ei­nes Fo­tos des ehe­ma­li­gen Kai­spei­chers A zeich­ne­ten. Die­se Back­stein­hal­le, an der Stel­le des aus 1875 stam­men­den Kai­ser­spei­chers er­baut, hat­te bald nach ih­rer Er­rich­tung 1963 mit Ein­füh­rung der Con­tai­ne­ri­sie­rung im See­han­del ih­re Auf­ga­be als Rie­sen­la­ger für Kaf­fee, Ka­kao und Scho­ko­la­de aus Über­see ver­lo­ren und lag lan­ge brach.

Jetzt muss sich die Elb­phil­har­mo­nie al­so hell­wach zei­gen. Als Mul­ti­funk­ti­ons­bau mit drei Kon­zert­sä­len, ei­nem Ho­tel, 45 Woh­nun­gen, ei­ner Tief­ga­ra­ge so­wie ei­ner Pla­za, auf der man wie ei­ne Schiffs­re­ling ent­lang in 37 Me­ter Hö­he rund um das spek­ta­ku­lä­re Ge­bäu­de wan­deln und das 360-Grad-pan­ora­ma der Stadt ge­nie­ßen kann. Und sie muss sich be­wei­sen: Nicht nur hin­sicht­lich des gro­ßen Kon­zert­saals, der von Ex­per­ten wie dem Ham­burg seit Lan­gem

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