Tum­mel­platz, La­bor und Sprung­brett

Der Ring Award, der heu­er sein 20-jäh­ri­ges Ju­bi­lä­um fei­ert, er­mit­tel­te ges­tern die drei Fi­na­lis­ten sei­nes Re­gie- und Büh­nen­bild­wett­be­werbs und freut sich über ho­he Qua­li­tät und noch ver­stärk­te In­ter­na­tio­na­li­tät.

Kleine Zeitung Steiermark - - KULTUR - Von Micha­el Tschi­da

Nach­dem Opern-afi­cio­na­do Heinz Wey­rin­ger 1995 das „Wa­gner Fo­rum Graz“als li­be­ra­le Se­zes­si­on zur da­mals braun ge­tünch­ten „Ös­ter­rei­chi­schen Richard-wa­gner-ge­sell­schaft“ge­grün­det hat­te, er­wuchs dar­aus im Jahr 1997 auch der „Ring Award“.

Die­ser Wett­be­werb für Re­gie und Büh­nen­ge­stal­tung von Opern­pro­jek­ten kann in sei­ner nun­mehr 20-jäh­ri­gen Ge­schich­te auf 581 Teams mit ins­ge­samt 1239 Teil­neh­mern aus 49 Na­tio­nen ver­wei­sen und hat sich längst welt­weit ei­ne her­vor­ra­gen­de Re­pu­ta­ti­on er­wor­ben. Der ein­zig­ar­ti­ge Nach­wuchs­be­werb ist vie­ler­lei: ein Tum­mel­platz krea­ti­ver Jung­künst­ler. Ein La­bor für pra­xis­na­hes Ar­bei­ten. Und (nicht nur) für die Preis­trä­ger ein pro­fes­sio­nel­les Sprung­brett hin zu gro­ßen Opern­büh­nen; et­li­che von ih­nen zäh­len mitt­ler­wei­le zu viel ge­frag­ten Köp­fen in in­ter­na­tio­na­len Mu­sik­thea­tern.

„Don Pas­qua­le“, Gae­ta­no Do­ni­zet­tis an die Com­me­dia dell’ar­te er­in­nern­de Ope­ra buf­fa aus 1843 um die Tur­bu­len­zen ei­nes un­glei­chen Paa­res, ist das Wett­be­werbs­stück für den heu­ri­gen Ring Award. 89 Teams, be­ste­hend aus 200 Teil­neh­mern aus 24 Na­tio­nen, hat­ten ih­re Pro­jek­te für die ach­te Aus­ga­be des Be­werbs bis Au­gust des Vor­jah­res ein­ge­reicht. Auf­fal­lend da­bei un­ter an­de­rem: Mit 27 Teil­neh­mern war Ös­ter­reich so stark ver­tre­ten wie noch nie, und zum al­ler­ers­ten Mal gab es Ein­rei­chun­gen auch aus Weiß­russ­land und Ko­lum­bi­en.

Die hoch­ka­rä­ti­ge Ju­ry un­ter der neu­en Vor­sit­zen­den No­ra Schmid, der In­ten­dan­tin der Oper Graz, hat­te elf Teams aus­ge­wählt, die nun am Frei­tag und Sams­tag im Next Li­ber­ty im Se­mi­fi­na­le ih­re Kon­zep­te auch dem Pu­bli­kum prä­sen­tier­ten.

Die Qu­al der Wahl wur­de für die Ju­ry am gest­ri­gen Tag noch grö­ßer und dau­er­te dem­ent­spre­chend lang. Schließ­lich konn­ten die drei Teams fürs Fi­na­le aber doch eru­iert wer­den (sie­he links), die nun im Ju­ni die Mög­lich­keit er­hal­ten, ei­nen Akt aus „Don Pas­qua­le“mit Sän­gern und In­stru­men­ta­lis­ten auf die Büh­ne zu brin­gen. Ring-award-chef Wey­rin­ger freu­te sich je­den­falls „über die durch­wegs sehr ho­he Qua­li­tät der Pro­jek­te und dar­über, dass vor al­lem Künst­ler aus dem ehe­ma­li­gen Ost­block die Chan­ce bei uns nut­zen.“

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