WORT In­au­gu­ra­ti­on

Kleine Zeitung Steiermark - - FREITAG, 20. JÄNNER 2017 -

STICH

Au­gu­ren wa­ren bei den al­ten Rö­mern Be­am­te, die vor­ge­schickt wur­den, um zu er­grün­den, ob ein ge­plan­tes Un­ter­neh­men den Göt­tern ge­nehm war. Sie er­kann­ten im Schrei der Tie­re die „Vor­zei­chen“(au­gu­ri­um). Bis heu­te wünscht man sich in Ita­li­en üb­ri­gens „tan­ti au­gu­ri“zum Ge­burts­tag. In­au­gu­ra­ti­ons­ri­ten sind bei Amts­ein­füh­run­gen seit der Früh­zeit be­kannt – so auf den Bri­ti­schen In­seln, wo der neue Herr­scher ei­nen St­ein mit fuß­ab­druck­ar­ti­gen Ein­tie- fun­gen be­stei­gen muss­te, um sym­bo­lisch in die Fuß­stap­fen sei­ner Vor­gän­ger zu tre­ten. So tritt auch der Us-prä­si­dent im­mer am 20. Jän­ner vor dem Ka­pi­tol bei der In­au­gu­ra­ti­on mit sei­nem Eid auf ei­ne Art St­ein. Das Au­gu­ren­lä­cheln (das Lä­cheln ei­nes Ein­ge­weih­ten, der um die Zu­kunft weiß) wird sich an­ge­sichts der all­ge­mei­nen Rat­lo­sig­keit heu­te si­cher in Gren­zen hal­ten. Ob Trump den Göt­tern ge­nehm ist, ist nicht über­lie­fert. In­go Ha­se­wend

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