Kei­ne In­sel der Hilf­lo­sen

Was wir beim Ter­ror­the­ma nicht ver­ges­sen soll­ten.

Kleine Zeitung Steiermark - - MEINUNGEN 13 -

WWir sind Ter­ror­ziel“lau­te­te der knal­li­ge Ti­tel ei­nes Bou­le­vard­blat­tes nach der Fest­nah­me je­nes jun­gen Man­nes, der ei­nen Spreng­stoff­an­schlag in Wi­en ge­plant ha­ben soll. Ös­ter­reich, wie­der­hol­te der In­nen­mi­nis­ter dar­auf­hin ein in den ver­gan­ge­nen Mo­na­ten häu­fig aus­ge­spro­che­nes Man­tra, sei in punc­to Ter­ror­ge­fahr längst „kei­ne In­sel der Se­li­gen mehr“. er dies be­strei­tet, ist frei­lich na­iv. Doch bei al­ler be­rech­tig­ten Angst vor An­schlä­gen auf un­se­re Plät­ze, Märk­te und vor al­lem auf un­se­re west­li­che Vor­stel­lung von Frei­heit darf man nach der Fest­nah­me des jun­gen Ji­ha­dis­ten ei­nes nicht ver­ges­sen: In Wi­en hat am Frei­tag­abend kein Ter­ror­an­schlag statt­ge­fun­den. Das ex­ak­te Ge­gen­teil ist der Fall: Man hat ge­se­hen, dass die Si­cher­heits­kräf­te in der La­ge sind, ei­nen sol­chen zu ver­ei­teln. Und das macht Mut. Wir mö­gen al­so durch­aus ein Ter­ror­ziel sein – aber die ös­ter­rei­chi­sche In­sel der Nicht-mehr-se­li­gen ist ei­nes auf je­den Fall nicht: dem Ter­ror hilf­los aus­ge­lie­fert.

Klaus Knit­tel­fel­der

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