Mein Weg ins Nichts

Kleine Zeitung Steiermark - - 52 MEIN TAG -

Ich fürch­te, ich kann Ih­nen nichts Groß­ar­ti­ges bie­ten, nichts Xxl-mä­ßi­ges. Kei­nen Dau­er­lauf auf den Berg XY, kei­nen Yo­ga­kurs im Land Z. Wenn ich lau­fe, dann stöh­ne ich ein­sam vor mich hin; wenn ich me­di­tie­re, dann will ich un­ge­stört sein.

Ich su­che mein Heil im Klei­nen. Kon­kret ist das der Bach mei­ner Kind­heit, der von Haus­mann­stät­ten Rich­tung Fer­nitz fließt. Dort, am Ufer die­ses ge­las­se­nen Ge­wäs­sers, tut sich spek­ta­ku- lär we­nig. Und das ist gut so. Es pas­siert drau­ßen in der Welt so viel, dass ich das We­ni­ge sehr mag. Das Nichts ist mir noch lie­ber. Auf mei­nen Spa­zier­gän­gen zwi­schen Haus­mann­stät­ten und Fer­nitz pas­siert meist: gar nichts. We­nig Men­schen kreu­zen mei­nen Weg. Mit ih­nen spre­che ich: gar nichts. Ein we­nig Na­tur, Wald und Wie­sen, stört mit­un­ter mei­nen Weg. Macht nichts. Ich fürch­te, es kann nicht al­les per­fekt sein.

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