Es war wirk­lich die bru­tals­te Streif al­ler Zei­ten

Kleine Zeitung Steiermark - - SPORT - Von Micha­el Schu­en aus Kitz­bü­hel

Was war das für ein Spek­ta­kel! Ich ha­be ja schon ei­ni­ge Ab­fahr­ten auf der Streif er­lebt, aber die­se zähl­te zwei­fel­los zu ei­ner der bes­ten, die es je gab. Es war span­nend, es gab Stür­ze – die zum Glück al­le oh­ne Fol­gen blie­ben – und war auch rich­tig, rich­tig bru­tal, vor al­lem im obe­ren Teil. Ich kann nur al­len sa­gen: Im Fern­se­hen ist nicht an­nä­hernd zu se­hen, wie bru­tal. Ich war in der Früh bei der Be­sich­ti­gung da­bei, da hat es mich so­gar selbst gleich nach dem Start­haus auf den Hin­tern ge­setzt – End­sta­ti­on Netz.

Für die Ös­ter­rei­cher stan­den die Vor­zei­chen gar nicht so schlecht, das ha­ben wir schon nach dem Su­per-g ge­se­hen. Aber ein zwei­ter Sieg hin­ter­ein­an­der, das ist so schwie­rig hier in Kitz­bü­hel. Vie­le ha­ben das nicht ge­schafft – und auch Platz acht von ihm war in An­be­tracht al­ler Vor­ge­schich­ten ei­ne sehr gu­te Leis­tung. Und wer weiß, wenn Hannes Rei­chelt nicht im U-ha­kerl so ei­nen Feh­ler ein­ge­baut hät­te, dann wä­re er Do­mi­nik Pa­ris auch ge­fähr­lich ge­wor­den. Wie auch Beat

DFeuz, der an die­sem Tag wahr­schein­lich gar nicht zu schla­gen ge­we­sen wä­re. Nur mein Sie­ger­tipp ist lei­der in die Ho­se ge­gan­gen – ich war mir si­cher, dass Max Franz zu­schla­gen wird. Aber wenn dir die Bin­dung auf­geht, dann hilft al­les nichts – shit hap­pens, so­zu­sa­gen. Gut ist aber trotz­dem, dass Max auch in den Trai­nings sou­ve­rän ge­wirkt hat. Ich wür­de ihm wün­schen, wenn er sich in Gar­misch das holt, was ihm in Kitz­bü­hel ver­wehrt blieb. ass Do­mi­nik Pa­ris kein Zu­falls­sie­ger ist, ist klar. Er mag die Streif, hat auch das bis­her letz­te Ren­nen von ganz oben ge­won­nen. Über­rascht ha­ben mich die Fran­zo­sen – oder auch nicht. Ski fah­ren kön­nen sie ja, das weiß man. Aber viel­leicht ha­be ich ih­nen so­gar den letz­ten Kick ge­ge­ben: Vor dem Start bin ich mit Va­len­tin Giraud Moi­ne und vier Team­kol­le­gen in mei­ner Kitz-gon­del zum Start ge­fah­ren – of­fen­bar ha­be ich das Team wirk­lich in­spi­riert. Fritz Strobl, Olym­pia­sie­ger in der Ab­fahrt 2002 und Stre­cken­re­kord­hal­ter auf der Streif.

Do it – ihr schafft das!“Ar­nold Schwar­ze­negger mach­te den Ös­ter­rei­chern Mut – letzt­lich half aber auch das nicht, die Plei­te zu ver­hin­dern. Mat­thi­as May­er, im Su­per-g noch der gro­ße Tri­um­pha­tor, lan­de­te un­mit­tel­bar vor Hannes Rei­chelt auf Rang acht. Just ge­nau am Tag nach der ers­ten Welt­cup­ab­fahrt vor 50 Jah­ren in Kitz­bü­hel wa­ren die ös­ter­rei­chi­schen Ab­fah­rer auf der Streif so schlecht wie nie. Denn bis­her hat­te der 7. Platz von Vin­cent Kriech­mayr im Vor­jahr schon das schlech­tes­te Ab­schnei­den be­deu­tet.

Die ös­ter­rei­chi­schen As­se wa­ren ge­knickt. Denn vor 50.000 Fans war al­les an­ge­rich­tet für ei­ne Kitz­bü­hel-par­ty. Was dann folg­te: Feh­ler. Teil­wei­se am Ma­te­ri­al, wie im Fall von Max Franz, teil­wei­se von den Fah­rern. Feh­ler, die an sich

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