Su­che nach Ver­miss­ten geht wei­ter

Hoff­nung für Ver­schüt­te­te schwin­det, in Mit­tel­ita­li­en lie­gen Ner­ven nach Be­ben, Schnee­cha­os und Strom­aus­fäl­len blank.

Kleine Zeitung Steiermark - - INTERNATIONAL -

Vier Ta­ge nach dem La­wi­nen­un­glück im ita­lie­ni­schen Farindola in den Abruz­zen, bei dem ein Ho­tel ver­schüt­tet wor­den war, setz­ten Ret­tungs­kräf­te ges­tern ih­re Su­che nach mög­li­chen wei­te­ren Über­le­ben­den fort. Dut­zen­de Ret­ter ar­bei­ten in 14-St­un­den­schich­ten, dar­un­ter auch ei­ne Grup­pe jun­ger Flücht­lin­ge aus dem Se­ne­gal und aus Gui­nea.

Ei­ner der Hel­fer, der 20-jäh­ri­ge Bar­ry Mis­baou, be­rich­te­te von den Schwie­rig­kei­ten bei der Ar­beit. „Es ist nicht ein­fach für uns, denn wir ma­chen so et­was zum ers­ten Mal“, sag­te er. „Wir sind nicht an die Käl­te ge­wöhnt, aber so ist das Le­ben und wir müs­sen tun, was wir kön­nen.“Es sei gut, zu hel­fen.

Sams­tag­früh hat­ten die Hel­fer vier wei­te­re Über­le­ben­de ge­ret­tet, zwei Frau­en und zwei Män­ner. Die Hoff­nung auf wei­te­re Über­le­ben­de schwin­det zu­se­hends. Die letz­ten Le­bens­zei­chen aus dem un­ter Schnee­mas­sen be­gra­be­nen Ho­tel sind mitt­ler­wei­le zwei Ta­ge her. Zu­sätz­lich wer­den die Ret­tungs­ar­bei­ten durch die an­hal­tend schlech­ten Wet­ter­be­din­gun­gen und die ho­he Lawinengefahr er­schwert. Mehr als 20 Men­schen wer­den wei­ter­hin ver­misst, seit ges­tern wird auch noch nach ei­nem 22-jäh­ri­gen Ho­tel­an­ge­stell­ten aus Se­ne­gal ge­sucht.

Ins­ge­samt elf Men­schen ha­ben das Un­glück über­lebt. Neun wur­den le­bend aus dem Ho­tel ge­bor­gen, dar­un­ter vier Kin­der. Zwei Män­ner hat­ten das La­wi­nen­un­glück im Frei­en über­lebt und wa­ren be­reits am Don­ners­tag ge­ret­tet wor­den.

Bis ges­tern bar­gen die Hel­fer sechs Lei­chen, dar­un­ter die El- tern des neun Jah­re al­ten Edo­ar­do. „Wir Kin­der ha­ben uns ge­ret­tet, weil wir in ei­nem Saal Bil­lard spiel­ten“, er­zähl­te er. In dem Saal wur­den die meis­ten Über­le­ben­den ge­fun­den. In der Re­gi­on wird un­ter­des­sen der Un­mut ge­gen die Be­hör­den im­mer grö­ßer: In den Re­gio­nen Abruz­zen und La­ti­um sind wei­ter­hin Dut­zen­de Ge­mein­den nach den hef­tigs­ten Schnee­fäl­len seit Jahr­zehn­ten von der Um­welt ab­ge­schnit­ten, vie­le Haus­hal­te müs­sen seit Ta­gen oh­ne Strom aus­kom­men. Zu Pro­tes­ten kam es vor dem Sitz des Zi­vil­schut­zes in der Stadt Rie­ti na­he Ama­tri­ce, wo im Vor­jahr 300 Men­schen bei Be­ben ums Le­ben ka­men. Bür­ger for­der­ten die Be­hör­den auf, end­lich mehr für die ge­prüf­ten Bau­ern und Vieh­züch­ter in den Erd­be­ben­ge­mein­den Ama­tri­ce und Ac­cu­mu­li zu tun, die seit Ta­gen al­lein und un­ter äu­ßerst

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