Fein­de des Staa­tes

Kleine Zeitung Steiermark - - ÖSTERREICH -

„Reichs­bür­ger“er­ken­nen­die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land und die Re­pu­blik Ös­ter­reich nicht an. Statt­des­sen be­haup­ten sie, das „Deut­sche Reich“nach der Wei­ma­rer Ver­fas­sung von 1919 be­ste­he bis heu­te fort. Im an­glo­ame­ri­ka­ni­schen Raum be­ru­fen sie sich auf Na­tur­recht. dann im Netz lan­den, Mul­ti­pli­ka­ti­ons­ef­fek­te sind aus­drück­lich er­wünscht. „Sie be­trach­ten Ös­ter­reich als ei­ne Fir­ma, mit der sie kei­nen Ver­trag ha­ben. Es wer­den zu­dem Par­al­lel­struk­tu­ren auf­ge­baut, mit ei­ge­nen Ge­rich­ten und She­riffs“, sagt Zöh­rer. „Reichs­bür­ger“und Co. wür­den aus al­len Ge­sell­schafts­schich­ten kom­men. Der Ju­rist über ih­re Mo­ti­va­ti­on: „Bei ei­ni­gen spielt viel­leicht ge­ne­rel­le Ent­täu­schung über die Rechts­ord­nung ei­ne Rol­le. Oder sie ste­cken in fi­nan­zi­el­len Schwie­rig­kei­ten und neh­men das zum An­lass, dem zu ent­kom­men.“

Wie be­geg­net der Staat sei­nen er­klär­ten Fein­den? Von kon­kre­ten Füh­rer­schein­ent­zü­gen ist dem stell­ver­tre­ten­den Bvt-di­rek­tor nichts be­kannt, bei Waf­fen­be­sit­zern greift die Ver­läss­lich­keits­prü­fung. Bei Dro­hung oder Nö­ti­gung kommt es zu Straf­pro­zes­sen. In An­leh­nung an Pa­ra­graf 246 Straf­ge­setz­buch („Staats­feind­li­che Ver­bin­dun­gen“) soll der neue Pa­ra­graf 246a frü­her grei­fen.

Künf­tig soll je­mand straf­bar sein, der ei­ne staats­feind­li­che Be­we­gung grün­det oder sich dar­an be­tei­ligt, die den Zweck hat, die Voll­zie­hung von Ge­set­zen zu ver­hin­dern. „Die­se neue Be­stim­mung könn­te dann viel­leicht im Mai den Jus­tiz­aus­schuss pas­sie­ren“, er­klärt Chris­ti­an Pil­nacek, Lei­ter der Straf­rechts­sek­ti­on im Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um. „Wir wol­len nicht war­ten, bis ei­ne kon­kre­te Tat pas­siert, son­dern schon ein­grei­fen, wenn je­mand be­ginnt, sich von der Re­pu­blik Ös­ter­reich zu ver­ab­schie­den“, so Pil­nacek.

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