Ir­gend­wie gren­zen­los

Kleine Zeitung Steiermark - - SPORT | 31 - Micha­el Schu­en micha­el.schu­en@klei­ne­zei­tung.at

WDas sagt man zu je­man­dem, der schon al­les er­reicht hat? Der schon in den Him­mel ge­lobt wur­de, al­le von den Sit­zen ge­ris­sen hat und ein ums an­de­re Mal zum Stau­nen ge­bracht hat? Wel­che Su­per­la­ti­ve soll – oder darf – man ver­wen­den?

Im Fall von Mar­cel Hir­scher ist das schwie­rig zu be­ant­wor­ten. Er selbst winkt ab, wenn es dar­um geht, sich selbst zu be­schrei­ben, sich selbst ein­zu­ord­nen. „Nicht mein Job“, sagt er dann.

Mit­un­ter zeigt sich die Di­men­si­on ei­nes Er­fol­ges erst, wenn er nicht selbst­ver­ständ­lich ist. Mar­cel Hir­scher war es ge­wöhnt zu sie­gen. Se­ri­en­wei­se, nicht in ein­zel­nen klei­nen Hap­pen.

Die zwei­ten Plät­ze zu­letzt, die ver­patz­ten ers­ten Läu­fe, die nicht nach Wunsch klapp­ten, die knab­ber­ten auch an ihm. In Kitz­bü­hel ließ Hir­scher sich selbst wie­der ein­mal von der Lei­ne. Pfiff auf Welt­cup­wer­tun­gen, fuhr, was er kann. Und setz­te da­mit ein sport­li­ches Su­per­la­tiv, schwer in Wor­te zu fas­sen. Die Zah­len spre­chen oh­ne­hin für sich. ass Hir­scher zu den Al­ler­größ­ten zählt, ist nicht neu. Und doch ist es be­ein­dru­ckend, wenn er das im­mer wie­der un­ter Be­weis stellt. Manch­mal rei­chen Wor­te nicht aus. Dann soll­te man sich ein­fach ver­nei­gen. Vor ei­nem Sport­ler, der al­len an­de­ren Gren­zen auf­zeigt. Und da­bei selbst kei­ne zu ha­ben scheint.

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