Ben­ja­min I., Sla­lom-kö­nig von Schlad­ming

Der Nacht­sla­lom in Schlad­ming ist vor al­lem mit ei­nem Na­men ver­bun­den: Ben­ni Raich fei­er­te hier gleich vier Sie­ge.

Kleine Zeitung Steiermark - - SPORT -

ei­nen Ent­schluss: „Ja, ich will.“Und es ge­lang. „Das kann man nicht pla­nen, dass es so auf­geht. Aber in­ter­es­sant ist, dass man sich of­fen­bar be­wusst für so et­was ent­schei­den kann“, sagt er 18 Jah­re spä­ter. Nach dem Traum­lauf folg­te das War­ten im Ziel, die Ge­sprä­che. Und die of­fen­bar­ten ein wei­te­res De­tail: Raich hat­te – „aber un­ab­sicht­lich, ich hab es nur ge­nom­men, weil das Lei­berl dünn war und kei­ne Fal­ten wirft“– un­ter dem Renn­an­zug ein blau­es Leib­chen mit dem rot-gel­ben „S“für „Su­per­man“ an. „Und bei der Pres­se­kon­fe­renz wur­de ich ge­fragt, ob ich mei­nen Ski-pul­li aus­zie­hen kann – das hat dann ir­gend­wie zum Tag ge­passt.“ Es folg­ten drei wei­te­re Sie­ge in Schlad­ming (2001, 2004, 2007). Ein­mal trotz „Mords­feh­ler“, beim letz­ten Mal „ge­nau so, wie es sein soll. Ich hab zwei Wahn­sinns­läu­fe run­ter­las­sen.“

Da­zu kom­men zwei wei­te­re zwei­te und ein drit­ter Platz. „Und es kann kein Zu­fall sein, dass ich da so gut war, auch wenn ich sonst das Glück hat­te, auch ziem­lich vie­le an­de­re Ren­fäll­te nen zu ge­win­nen“, sagt er grin­send.

Es sei, sagt Raich, die At­mo­sphä­re, die ihn ge­fes­selt hat. „Es gibt Ath­le­ten, die sol­che Mas­sen brem­sen. Mich hat es im­mer ge­pusht. Und dann ist es mir bei ei­nem Nach­tren­nen im­mer ge­lun­gen, mich noch mehr zu fo­kus­sie­ren“, sagt Raich und ver­rät: „Vor dem Start bin ich im­mer ein we­nig in den Wald ge­gan­gen. Und dann ist al­les dun­kel, du siehst nur das strah­len­de Licht über die Pis­te. Du hörst den Lärm, die Be­geis­te­rung. Es war der Schritt aus der Stil­le – und ich war ja ei­ni­ge Ma­le der Letz­te oben am Start zum zwei­ten Lauf – ins Ram­pen­licht.“

Es ist ge­nau das, was Schlad­ming für Raich so schnell zu ei­nem „Klas­si­ker“ge­macht hat, „zu ei­nem ein­fach gu­ten Event“. Auch wenn er er­gänzt: „In Kitz­bü­hel geht na­tür­lich am Wo­che­n­en­de noch mehr ab. Aber Schlad­ming, das ist was Ei­ge­nes. Ein Spek­ta­kel.“

Ei­nes, in dem es Ben­ni Raich oft ge­lun­gen ist, in den so­ge­nann­ten „Flow-zu­stand“zu kom­men. „Wenn du im Tun­nel bist, die Fans am Rand der Pis­te ver­schwim­men, es dir vor­kommt, als ob al­les ganz lang­sam und leicht geht, ob­wohl du schnell bist.“

Um dann nach dem Sieg um­so bru­ta­ler her­aus­ge­ris­sen zu wer­den – dann, wenn 50.000 Fans ju­beln und völ­lig aus­flip­pen. Und ih­rem Kö­nig hul­di­gen. Denn der Thron in Schlad­ming, der wird noch ei­ni­ge Zeit nur ei­nem ge­hö­ren: näm­lich Ben­ja­min Raich.

„Su­per­man“Raich (links) und beim Ren­nen in Kitz GEPA (3)

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