Zum Le­ben er­weckt

Mu­si­ka­li­sche Rei­se nach Ita­li­en: Das Ro­nach­er zeigt die ös­ter­rei­chi­sche Erst­auf­füh­rung von „Don Ca­mil­lo & Pep­po­ne“.

Kleine Zeitung Steiermark - - KULTUR & MEDIEN - Von Chris­ti­an Ude

PRE­MIE­RE

Da­rio wer? Der 70-jäh­ri­ge Ita­lie­ner Da­rio Fa­ri­na mag vom Na­men her nicht vie­len be­kannt sein, sei­ne Me­lo­di­en ken­nen aber Mil­lio­nen Pop- und Schla­ger­fans: „Sarà per­ché ti amo“(Ric­chi e Po­ve­ri) oder „Fe­li­ci­tà“und „Ci sarà“für Al Ba­no & Ro­mi­na Po­wer. Als Micha­el Kun­ze, Li­bret­tist et­wa von „Eli­sa­beth“, „Tanz der Vam­pi­re“und „Mo­zart!“ei­nen Part­ner für die Büh­nen­um­set­zung von Gio­van­ni­no Gua­re­schis Er­zäh­lun­gen such­te, kam ihm schnell sein al­ter Freund Fa­ri­na in den Sinn, mit dem er in den 1980er-jah­ren für Git­te und Ho­ward Car­pen­da­le zu­sam­men­ge­ar­bei­tet hat­te. Brauch­te es doch für das Am­bi­en­te – das ita­lie­ni­schen Städt­chen Bo­s­cac­cio in den Nach­we­hen des Zwei­ten Welt­kriegs – ita­lie­ni­sches Flair. Ak­tua­li­tät: „Ich ha­be ver­sucht, die Mu­sik an Hand­lung und Ört­lich­keit an­zu­pas­sen, um das Ge­fühl zu ge­ben, mit­ten in Ita­li­en zu sein“, er­zählt Fa­ri­na. Trotz 1950er-jah­re und süd­län­di­scher At­mo­sphä­re gilt der Stoff auch für das Hier und Jetzt: „Kind­heits­er­in­ne­run­gen an die ,Don Ca­mil­lo & Pep­po­ne‘-fil­me ver­misch­ten sich mit ei­nem Stau­nen über die un­er­war­te­te Ak­tua­li­tät des Stof­fes. Schließ­lich geht es um die Er­kennt­nis, dass je­de Art von Fun­da­men­ta­lis­mus das mensch­li- che Zu­sam­men­le­ben zer­stört.“Im Bio­top ei­nes ita­lie­ni­schen Dor­fes lie­ße sich frei­lich vie­les auf hei­te­re Wei­se mit lie­be­vol­ler Iro­nie dar­stel­len.

In­ten­dant Chris­ti­an Strup­pek, der für Sep­tem­ber die Urauf­füh­rung des Fend­rich-mu­si­cals „I am from Aus­tria“vor­be­rei­tet, ist zu­ver­sicht­lich, dass der Dorf­pfar­rer und der Bür­ger­meis­ter als Ge­gen­spie­ler das Pu­bli­kum an­lo­cken kön­nen: „Um­ge­setzt durch ein hoch­ka­rä­ti­ges Krea­tiv­team wer­den die bei­den welt­be­kann­ten Kult­fi­gu­ren, die trotz ih­rer wi­der­sprüch­li­chen Wel­t­an­schau­ung letzt­end­lich ge­mein­sam ei­nen Weg ge­gen Un­mensch­lich­keit und In­to­le­ranz fin­den, wie­der zum Le­ben er­weckt.“

Le­gen­där: Fer­nan­del und Gi­no Cer­vi in den „Don Ca­mil­lo“-fil­men

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