Hol­ly­wood zwi­schen Cou­ra­ge und Nost­al­gie

Mehr Viel­falt, vie­le Über­ra­schun­gen: Das Mu­si­cal „La La Land“ist ins­ge­samt 14 Mal für ei­nen Os­car no­mi­niert – das schaff­te zu­letzt nur „Ti­ta­nic“. Und: Deutsch­lands Bei­trag „To­ni Erd­mann“geht ins Ren­nen um ei­nen Aus­land­sos­car.

Kleine Zeitung Steiermark - - KULTUR - Von Ju­lia Schaf­fer­ho­fer

Aus­ge­rech­net ein bit­ter­sü­ßes L.a.-mu­si­cal, ein­ge­bet­tet in Bon­bon­ro­sa und Son­nen­un­ter­gangs­or­an­ge. Der Gol­den-glo­bes-ab­räu­mer „La La Land“geht auch als gro­ßer Fa­vo­rit ins Os­car-ren­nen am 26. Fe­bru­ar. Dass Em­ma Sto­nes und Ryan Gos­lings hin­rei­ßen­des Spiel von der Aca­de­my nicht un­be­ach­tet blei­ben wür­de, war ab­seh­bar.

Dass die nost­al­gi­sche Lie­bes­er­klä­rung an die gol­de­ne Ära Hol­ly­woods 14 Mal no­mi­niert wird, er­staunt – noch da­zu in den wich­ti­gen Ka­te­go­ri­en Bes­ter Film, Bes­te Re­gie und Bes­te Haupt­dar­stel­ler. Die größ­te Kon­kur­renz von „La La Land“ist Bar­ry Jenk­ins Dra­ma „Moon­light“über ei­nen jun­gen schwar­zen Schwu­len so­wie der Sci­ence-fic­tion-film „Ar­ri­val“– bei­de acht Mal no­mi­niert. Müss­te man die No­mi­nie­run­gen in ei­nem Wort zu­sam­men­fas­sen, es hie­ße: Cou­ra­ge. Das gilt auch für den deut­schen Bei­trag „To­ni Erd­mann“. Ma­ren Ades un­fass­bar ko­mi­sches, tief­trau­ri­ges und sehr spe­zi­el­les Va­ter-toch­ter-dra­ma mit dem stei­ri­schen Burg­star Pe­ter Si­mo­ni­schek und San­dra Hül­ler in den Haupt­rol­len ist für den bes­ten fremd­spra­chi­gen Film no­mi­niert. Die Kon­kur­renz ist dicht, aber nicht un­schlag­bar – „Ein Mann na­mens Ove“aus Schwe­den, „The Sa­les­man“aus dem Iran, „Land of Mi­ne“aus Dä­ne­mark so­wie „Tan­na“aus Aus­tra­li­en. Das Gol­den-glo­be­ge­win­ner­dra­ma „El­le“mit Isa­bel­le Hup­pert ist nicht un­ter den bes­ten fünf fremd­spra­chi- Die Leu­te in Hol­ly­wood re­den dar­über, wie schwer es ist, ei­nen Film zu ma­chen. Ich sa­ge: Schickt eu­re Söh­ne in den Irak, das ist schwer! Den­zel Washington gen Fil­men, da­für wur­de Frank­reichs Cha­rak­term­i­min Isa­bel­le Hup­pert mit ei­ner No­mi­nie­rung für die bes­te weib­li­che Haupt­rol­le ge­adelt – auch ei­ne Über­ra­schung.

Auf Ver­söh­nung darf Mel Gibson, zu­letzt durch an­ti­se­mi­ti­sche Aus­sa­gen zur Per­so­na non gra­ta mu­tiert, hof­fen. Er ist für die Re­gie des Kriegs­dra­mas „Hack­saw Ridge“no­mi­niert. Die Aca­de­my hat ja ein Fai­b­le da­für, ver­bann­te Stars zu eh­ren. Er­staun­lich ist auch die Di­ver­si­täts­wen­de der Aca­de­my. Nach der De­bat­te um knap­pest no­mi­nier­te Afro­ame­ri­ka­ner, sym­bo­li­siert durch #os­cars­sow­hi­te, sind mit Vio­la Da­vis, Oc­ta­via Spen­cer, Den­zel Washington, Nao­mie Har­ris, Ruth Neg­ga und Ma­hers­ha­la Ali sechs Schwar­ze no­mi­niert (sie­he Info rechts).

Auf Os­car-kurs: „To­ni Erd­mann“mit

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