„Wir brau­chen eu­re Ide­en, eu­ren Re­spekt, eu­ren Fleiß“

Kleine Zeitung Steiermark - - 6 THEMA DES TAGES -

Fort­set­zung von Sei­te 5

Unur den dunk­len Nacht­him­mel sieht, sieht die Zu­ver­sicht den Ster­nen­him­mel.“Dann die Bre­chung: „Ich hab das aus dem Eng­li­schen über­setzt.“nd doch über­wiegt zu­letzt der ho­he Ton, die Er­mu­ti­gung, sich hin­aus­zu­wa­gen, Ri­si­ken ein­zu­ge­hen. Als Kind ha­be er sich über­win­den müs­sen, vom Drei-me­ter-brett ins Was­ser zu sprin­gen, er­zählt der Prä­si­dent. Fünf Me­ter ha­be er auch noch ge­wagt, sie­ben aber nicht. „War­um wa­gen wir sol­che Schrit­te? die Zu­ver­sicht stär­ker ist als der Zwei­fel, den wir spü­ren.“

Für das En­de hat sich Van der Bel­len ei­ne di­rek­te An­re­de an die kom­men­de Ge­ne­ra­ti­on auf­ge­spart, ganz oh­ne Iro­nie: „Ihr wer­det die Welt neu bau­en“, sagt der Prä­si­dent jun­gen Men­schen in der Schu­le, an der Uni­ver­si­tät, ja so­gar die Kin­der­gar­ten­kin­der spricht er an. „Wir Äl­te­ren, wir brau­chen euch. Wir brau­chen eu­ren Mut, wir brau­chen eu­re Lei­den­schaft, wir brau­chen eu­re Ide­en, eu­ren Re­spekt, eu­ren Fleiß.“Van der Bel­len, der Acht­und­sech­zi­ger, der am En­de sei­nes Mar­sches die In­sti­tu­tio­nen an­ge­kom­men ist, hebt zu­letzt noch den „Wi­der­spruch“her­vor – auch er ei­ne frucht­ba­re Tu­gend aus sei­ner Er­fah­rung.

Vor dem Par­la­ment war­tet kein Au­to auf den neu­en Prä­si­den­ten. Zu Fuß schrei­tet der 73Jäh­ri­ge oh­ne Kopf­be­de­ckung, um­drängt von Ka­me­ra­teams, die Ram­pe des Par­la­ments hin­ab, vor­bei an der Ta­fel mit der Er­klä­rung der Men­schen­rech­te, vor der der Kan­di­dat in sei­nem ers­ten Vi­deo vor über ei­nem Jahr ge­stan­den war. Am Fuß der Ram­pe war­ten sei­ne Kau­ner­ta­ler auf ihn und schmet­tern den „Bo­ze­ner Berg­stei­ger­marsch“. Po­li­zei lotst die Men­ge über den Ring in den Volks­gar­ten. Vor­bei an den Ro­sen­stö­cken, die zum Schutz vor Frost in bra­si­lia­ni­weil

Eschen Kaf­fee­sä­cken ste­cken, zieht der Tross zur Hof­burg.

Beim Burg­tor frie­ren un­ter­des­sen Eh­ren­gar­de und Staats­gäs­te. Krän­ze lie­gen be­reit, zum Ge­den­ken an die Ge­fal­le­nen und Op­fer der Welt­krie­ge. Van der Bel­len de­fi­liert mit dem Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter vor­bei, ei­ne Pre­mie­re. Die Iro­nie ist ge­schwun­den. Auch in sei­nem Be­kennt­nis zu Heer und Neu­tra­li­tät schwingt nichts da­von mit. Der Ober­be­fehls­ha­ber tritt sein Amt in vol­lem Ernst an. twas ab­seits for­mie­ren sich die Schüt­zen aus dem Kau­ner­tal, Res­te der Wehr, die sich einst ge­gen die Hee­re der vom Prä­si­den­ten ge­rühm­ten Fran­zö­si­schen Re­vo­lu­ti­on ge­bil­det hat­ten. Kaum ist die Gar­de ab­ge­zo­durch

Newspapers in German

Newspapers from Austria

© PressReader. All rights reserved.