„Eu­ro­pa ist un­voll­stän­dig und ver­letz­lich“

In sei­ner Re­de be­schwor Alex­an­der Van der Bel­len den Zu­sam­men­halt im Land. Wir brin­gen Aus­zü­ge.

Kleine Zeitung Steiermark - - ANGELOBUNG -

DIE AN­TRITTS­RE­DE

Ich ste­he hier mit biss­chen ei­nem Ge­fühl der Un­wirk­lich­keit. Nicht we­gen des lan­gen Wahl­kamp­fes, der war ei­gent­lich groß­teils ganz ver­gnüg­lich, son­dern ich ste­he hier mit ei­ner gro­ßen Freu­de und Zu­ver­sicht (...). Es ist mir na­tür­lich auch sehr be­wusst, dass ich spä­tes­tens mit dem heu­ti­gen Ta­ge auch je­ne ver­tre­te, die mich nicht un­ter­stützt ha­ben (...). Und ich wer­de sie nach bes­tem Wis­sen und Ge­wis­sen ver­su­chen, auch mit­ein­zu­bin­den, auch in mei­ne Po­li­tik mit­ein­zu­bin­den (...). Die­ses Ge­re­de von der Spal­tung hal­te ich für maß­los über­trie­ben. Ös­ter­reich, das sind ein­fach wir al­le. Al­le Be­woh­ner und Be­woh­ne­rin­nen die­ses schö­nen Lan­des, ganz gleich, wo­her sie kom­men (...). Ich hof­fe, dass Ei­nig­keit dar­über be­steht, dass Ös­ter­reich im Her­zen Eu­ro­pas liegt – und das mei­ne ich nicht geo­gra­fisch, son­dern po­li­tisch (...). Ich bin über­zeugt, dass die Eu­ro­päi­sche Uni­on ein Raum des Frie­dens, der Frei­heit und des Wohl­stands ist und wei­ter­hin sein kann. Aber die­ses Eu­ro­pa ist un­voll­stän­dig und ver­letz­lich (...). Aber die größ­te Ge­fahr se­he ich dar­in, sich von ver­meint­lich ein­fa­chen Ant­wor­ten ver­füh­ren zu las­sen und da­bei in Rich­tung Na­tio­na­lis­mus und Kle­in­staa­te­rei zu kip­pen (...). Las­sen wir uns nicht ver­füh­ren. Las­sen wir uns von der Ar­beit an ei­nem ge­mein­sa­men Eu­ro­pa nicht ab­brin­gen. Die Er­hal­tung die­ses Frie­dens­pro­jek­tes ist al­le Mü­hen wert (...). Ich wer­de es sein, ein über­par­tei­li­cher Bun­des­prä­si­dent, ei­ner, der für al­le Men­schen in Ös­ter­reich da ist. Und ich wer­de mich nicht je­de Wo­che zu Wort mel­den (...). Ich möch­te ver­su­chen, da­zu bei­zu­tra­gen, dass nach die­sen sechs Jah­ren (...) sich mög­lichst al­le Men­schen in Ös­ter­reich sa­gen, ja, die Din­ge ha­ben sich ver­än­dert, aber es ist bes­ser als vor­her (...). Ihr, die ihr noch die Schu­le be­sucht oder da­bei seid, ei­nen Be­ruf zu er­ler­nen, oder in­skri­biert seid an ei­ner Hoch­schu­le. Ihr seid es, die die Welt neu bau­en wer­den.

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