Die Ver­si­che­rung muss die Dif­fe­renz er­set­zen

Der Ver­si­che­rungs­ex­per­te Rein­hard Je­se­ni­tsch­nig er­klärt, war­um Re­pa­ra­tur- nicht Ab­lö­se­kos­ten sind.

Kleine Zeitung Steiermark - - MOBILITÄT -

FRA­GE: Mein Wohn­mo­bil wur­de bei ei­ner Kol­li­si­on be­schä­digt. Die Re­pa­ra­tur­kos­ten be­tra­gen rund 7000 Eu­ro. Da ich das be­schä­dig­te Wohn­mo­bil aber ver­kau­fen möch­te, wur­de mir ei­ne Ab­lö­se von 4280 Eu­ro an­ge­bo­ten. Ste­hen mir nicht die ge­sam­ten Re­pa­ra­tur­kos­ten als Ab­lö­se zu? ANT­WORT: Es han­delt sich um Haft­pflicht­an­sprü­che ge­gen­über dem Schä­di­ger. Grund­sätz­lich be­steht An­spruch auf Er­satz des Scha­dens. Bei durch­ge­führ­ter Re­pa­ra­tur sind dies die Re­pa­ra­tur­kos­ten. Das kön­nen die Kos­ten ei­ner Werk­stät­te sein, wie sie im Gut­ach­ten an­ge­führt sind. Das kön­nen aber auch, wenn die Re­pa­ra­tur in Ei­gen­re­gie durch­ge­führt wird, ge­rin­ge­re Kos­ten sein (wäh­rend Werk­stät­ten für ei­ne Ar­beits­stun­de et­wa 80 bis 120 Eu­ro ver­rech­nen, wird für ei­nen „Pri­va­ten“von Ver­si­che­run­gen ein St­un­den­satz von 15 bis 20 Eu­ro be­rück­sich­tigt. Die an­ge­bo­te­nen Ab­lö­sen sind des­halb we­sent­lich un­ter dem Werk­statt­preis. Wird ein Fahr­zeug ver­kauft, wie hier be­ab­sich­tigt, ist auch der Scha­den zu er­set­zen. Die­ser be­steht aber nun nicht aus den Re­pa­ra­tur­kos­ten, son­dern er­gibt sich aus der Hö­he des Min­der­wer­tes zwi­schen dem Ver­kaufs­preis des Fahr­zeu­ges oh­ne Scha­den und dem Ver­kaufs­preis mit Scha­den. Es müss­te da­her ge­prüft wer­den, was der Le­ser markt­üb­lich für das Fahr­zeug er­zielt hät­te (oder man nimmt den im Gut­ach­ten an­ge­führ­ten Zeit­wert) und was er tat­säch­lich für das be­schä­dig­te Wohn­mo­bil be­kommt. Die Dif­fe­renz ist der Scha­den, der ent­stan­den ist und von der Ver­si­che­rung er­setzt wer­den müss­te. SER­VICE­PART­NER-MAZ­DA E 220 Co­oper R61

Wie hoch ist der Scha­den­er­satz nach ei­nem Un­fall? FO­TO­LIA/GAUDENCIO

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